22 September
Die Kanzlerin kommt - Und alle so: Yeaahh!
Der Auslöser dieser Überschrift geistert schon eine ganze Weile durch die Netzgemeinde. Ein Plakat der Kanzlerin für einen Besuch auf dem Hamburger Gänsemarkt wirbt, wurde durch einen unbekannten demokratisiert in dem er einfach seine Meinung darauf schrieb. »Und alle so: Yeaahh!« So herrlich ironisch, so herrlich einfach und so herrlich direkt, direktes Kopfkino. Nachdem es auf zahlreichen Blogs verbreitet wurde, war fast klar, das es zur Rede etwas passieren sollte. Vorbei an öffentlichem Interesse formierte sich am Freitag ein Flashmob politischer Güte, der die Rede der Kanzlerin mit lautem rufen von »Yeaahh!« eindeutig bereicherten.
Trillerpfeifen und »Buh«-Rufe sind eben genauso langweilig wie die Rede der Kanzlerin selbst, klar das nicht nur Fans dieser ausgesprochen gelungenen Aktion dabei waren. Einige Zuschauer ließen sich jedoch anstecken und taten dem Flashmob gleich und machten daraus eine höchst clevere Aktion.
Jetzt schreibt Ole Reißmann auf Spiegel-Online (via Nerdcore) von pubertären Störern und Flashmob-Terror und stellt sich die Frage, ob diese Aktion im Vorfeld hätte verhindert werden müssen. Die Schlussfolgerungen und Vergleiche die er zieht, sind so weit von der Realität entfernt, das es nur so kracht. Offenbar handelt es sich bei Ole Reißmann um einen schreibenden Verehrer der Kanzlerin der als Praktikant im Spiegel eingeschleust wurde:
Angela Merkel wird lustvoll zugejubelt, das ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, auch wenn es konzentrierte Zuhörer gehörig nervt. Und wie steht es mit einer politischen Botschaft? Die jungen Schreihälse leben schließlich praktisch im Internet und haben es hier mit einer Partei zu tun, die das Netz mit Stoppschildern zensieren und Raubkopierer bestrafen will.
Die Politische Botschaft? Lieber Ole Reißmann, hier hören ihre Mutmaßungen offenbar auf, ein bisschen mehr Weitsicht und Recherche hätte Ihnen und ihrem Artikel sicher nicht geschadet. Sehen sie diese Form des Protestes vielleicht als Spiegel, der der Kanzlerin hier vorgehalten wird, so lächerlich und nervig es Ihnen vorkommt, so lächerlich und nervig sind die politischen Plattitüden der Kanzlerin und der meisten ihrer Kolleginnen. Vielleicht bitten Sie darum in Zukunft wieder ein anderes Ressort beim Spiegel zu übernehmen. Wie wäre es mit der Boulevard-Ecke, dort können sie dann über den politischen Hintergrund unserer Möchtegern-Promis rezetieren. »Yeaahh!«
(Bildquelle: Nerdcore)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: Flashmob, Politik


hat bereits 36 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. September 2009 um 16:35:
Das ist eine einfach geniale Aktion. Das hat nichts mit stören zu tun, wie ich finde, sondern so ist die Demokratie einfach, damit muss auch die Dame und diese Zeitung leben.
Sie hält eine Rede und will gefeiert werden ? Was liegt da näher als einfach genau das zu machen ?
Damit hatte ich schon als Teenager im Zirkus Spass in dem ich einfach angefangen habe zu klatschen wenn was los war, diese Aktion ist eben dieses nur im großen Stil.
Ferner, wer stört hier wen ?
Jubel für die Kanzlerin oder die Veranstaltung und die nervenden Wahlplakate uns alle derzeit ?
Ich fühle mich hier derzeit schon so als hätten wir nur noch Wahlkampf seit einem halben Jahr.
und alle so : Yeaahh !
hat bereits 207 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. September 2009 um 20:19:
Trifft ein Pflasterstein die Kanzlerin und alle so »Yeaaah!« :D
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. September 2009 um 09:17:
@Sebastian: Stimmt, diese schrecklichen Wahlplakate die unsere Städte verdecken grenzen an optischen Terrorismus. Zumal von Wahlkampf keine Rede sein kann, eher von Wahlfrieden, denn selbst beim »Fernsehduell« hilft nur abschalten oder einschlafen.
@Tears: Man schmeißt keine Pflastersteine nach Frauen! (obwohl das bei Fr. Merkel recht grenzwertig ist) Von diesem Schock erholt sich der Pflasterstein nie wieder!
hat bereits 207 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. September 2009 um 17:07:
Hast recht, für Frau Merkel nehmen wir besser nen Hinkelstein. Obelix? Kommst du mal?