22 September

Die Kanzlerin kommt - Und alle so: Yeaahh!

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20094 Kommentare

Und alle so: Yeaahh!Der Aus­lö­ser die­ser Über­schrift geis­tert schon eine ganze Weile durch die Netz­ge­meinde. Ein Pla­kat der Kanz­le­rin für einen Besuch auf dem Ham­bur­ger Gän­se­markt wirbt, wurde durch einen unbe­kann­ten demo­kra­ti­siert in dem er ein­fach seine Mei­nung dar­auf schrieb. »Und alle so: Yeaahh!« So herr­lich iro­nisch, so herr­lich ein­fach und so herr­lich direkt, direk­tes Kopf­kino. Nach­dem es auf zahl­rei­chen Blogs ver­brei­tet wurde, war fast klar, das es zur Rede etwas pas­sie­ren sollte. Vor­bei an öffent­li­chem Inter­esse for­mierte sich am Frei­tag ein Flashmob poli­ti­scher Güte, der die Rede der Kanz­le­rin mit lau­tem rufen von »Yeaahh!« ein­deu­tig bereicherten.

Tril­ler­pfei­fen und »Buh«-Rufe sind eben genauso lang­wei­lig wie die Rede der Kanz­le­rin selbst, klar das nicht nur Fans die­ser aus­ge­spro­chen gelun­ge­nen Aktion dabei waren. Einige Zuschauer lie­ßen sich jedoch anste­cken und taten dem Flashmob gleich und mach­ten dar­aus eine höchst cle­vere Aktion.

Jetzt schreibt Ole Reiß­mann auf Spiegel-Online (via Nerd­core) von puber­tä­ren Stö­rern und Flashmob-Terror und stellt sich die Frage, ob diese Aktion im Vor­feld hätte ver­hin­dert wer­den müs­sen. Die Schluss­fol­ge­run­gen und Ver­glei­che die er zieht, sind so weit von der Rea­li­tät ent­fernt, das es nur so kracht. Offen­bar han­delt es sich bei Ole Reiß­mann um einen schrei­ben­den Ver­eh­rer der Kanz­le­rin der als Prak­ti­kant im Spie­gel ein­ge­schleust wurde:

Angela Merkel wird lustvoll zugejubelt, das ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, auch wenn es konzentrierte Zuhörer gehörig nervt. Und wie steht es mit einer politischen Botschaft? Die jungen Schreihälse leben schließlich praktisch im Internet und haben es hier mit einer Partei zu tun, die das Netz mit Stoppschildern zensieren und Raubkopierer bestrafen will.

Die Poli­ti­sche Bot­schaft? Lie­ber Ole Reiß­mann, hier hören ihre Mut­ma­ßun­gen offen­bar auf, ein biss­chen mehr Weit­sicht und Recher­che hätte Ihnen und ihrem Arti­kel sicher nicht gescha­det. Sehen sie diese Form des Pro­tes­tes viel­leicht als Spie­gel, der der Kanz­le­rin hier vor­ge­hal­ten wird, so lächer­lich und ner­vig es Ihnen vor­kommt, so lächer­lich und ner­vig sind die poli­ti­schen Plat­ti­tü­den der Kanz­le­rin und der meis­ten ihrer Kol­le­gin­nen. Viel­leicht bit­ten Sie darum in Zukunft wie­der ein ande­res Res­sort beim Spie­gel zu über­neh­men. Wie wäre es mit der Boulevard-Ecke, dort kön­nen sie dann über den poli­ti­schen Hin­ter­grund unse­rer Möchtegern-Promis reze­tie­ren. »Yeaahh!«

(Bild­quelle: Nerd­core)

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: ,

Verwandte Artikel

4 Kommentare

  1. Das ist eine ein­fach geniale Aktion. Das hat nichts mit stö­ren zu tun, wie ich finde, son­dern so ist die Demo­kra­tie ein­fach, damit muss auch die Dame und diese Zei­tung leben.

    Sie hält eine Rede und will gefei­ert wer­den ? Was liegt da näher als ein­fach genau das zu machen ?

    Damit hatte ich schon als Teen­ager im Zir­kus Spass in dem ich ein­fach ange­fan­gen habe zu klat­schen wenn was los war, diese Aktion ist eben die­ses nur im gro­ßen Stil.

    Fer­ner, wer stört hier wen ?
    Jubel für die Kanz­le­rin oder die Ver­an­stal­tung und die ner­ven­den Wahl­pla­kate uns alle derzeit ?

    Ich fühle mich hier der­zeit schon so als hät­ten wir nur noch Wahl­kampf seit einem hal­ben Jahr.

    und alle so : Yeaahh !

  2. Trifft ein Pflas­ter­stein die Kanz­le­rin und alle so »Yeaaah!« :D

  3. @Sebastian: Stimmt, diese schreck­li­chen Wahl­pla­kate die unsere Städte ver­de­cken gren­zen an opti­schen Ter­ro­ris­mus. Zumal von Wahl­kampf keine Rede sein kann, eher von Wahl­frie­den, denn selbst beim »Fern­seh­du­ell« hilft nur abschal­ten oder einschlafen.

    @Tears: Man schmeißt keine Pflas­ter­steine nach Frauen! (obwohl das bei Fr. Mer­kel recht grenz­wer­tig ist) Von die­sem Schock erholt sich der Pflas­ter­stein nie wieder!

  4. Hast recht, für Frau Mer­kel neh­men wir bes­ser nen Hin­kel­stein. Obe­lix? Kommst du mal?

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?