6 Januar

Die Jugend 2.0

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 200913 Kommentare

Ein böh­mi­sches Dorf beschreibt einen Ort, den man nicht kennt. Für viele Mit­drei­ßi­ger sind Begriffe wie Web 2.0, Soziale Netz­werke, Twit­ter und Cha­t­räume Orte, die wir nicht ken­nen, nicht ken­nen möch­ten oder am liebs­ten schnell wie­der ver­ges­sen wol­len. Das ein­zige Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel mei­ner Jugend war das Tele­fon. Mit Wähl­scheibe ver­steht sich. Damals waren Inter­net und glo­bale Ver­net­zung in wei­ter Ferne und wenn ich schon mal mit mei­nem Onkel in den USA tele­fo­niert habe, war das für mich ein technisch-kommunikatives Highlight.

Immer müh­sa­mer müs­sen wir uns mit neuen Tech­no­lo­gien, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen und Trends aus­ein­an­der­set­zen um zu ver­ste­hen um was es geht, was dahin­ter steckt, wozu es dient und was es mir brin­gen kann. Der Jugend­li­che von Heute benutzt es ein­fach, hat es in sein Leben inte­griert und dar­aus eine Selbst­ver­ständ­lich­keit gemacht.

Wir, die über drei­ßig jäh­ri­gen, sind für die Jugend­li­chen uncool. Zu recht, denn Dinge die wir nicht ver­ste­hen kön­nen oder wol­len oder uns sinn­los erschei­nen, leh­nen wir ab. Dar­aus ent­steht oft eine Abnei­gung gegen die, die sich mit eben die­sen Din­gen ihre Zeit vertreiben.

Rachid Ait Jil­lali,  schreibt in sei­nem Arti­kel für den Schü­ler Spie­gel über den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­drang unse­rer Jugend und beschreibt sehr ein­ge­hend den IST-Zustand.

Die Schule ist aus. Annika hat das Geschichtsreferat für morgen noch nicht fertig. Sie fährt den Rechner hoch, schließlich gibt's alles im Netz. Erstmal gilt es aber, die E-Mails zu checken. Neben den 20 kommerziellen Spam-Mails wollen fünf SchülerVZ-Mitglieder ihre Freunde werden. Vier davon fanden ihre Fotos, und die Musik, die sie hört, total super. Den fünften hat sie zumindest schon mal gesehen. Es ist der Fußballfreund ihres jüngeren Bruders - der wird ausnahmsweise bestätigt und damit zur Nummer 142. Das Handy klingelt. Die Schauspiel-AG fällt heute aus. Zeitgleich melden sich zwei Schulfreunde im Instant Messenger mit der gleichen und überaus wichtigen Frage: "Was machst Du gerade?" Sie entdeckt, dass auch ihre beste Freundin online ist. Diese macht gerade Au-pair in den USA. Die beiden anderen schnell abgefertigt, wird kurzerhand die Webcam dazugeschaltet und das Neueste live und in Farbe ausgetauscht. Das Handy klingelt wieder. Julia weint. Ihr Ex-Freund hat extrem peinliche Party-Fotos von ihr auf seine MySpace-Site eingestellt. Trösten passt zeitlich, die AG ist ja aus dem Terminkalender raus. Annika hört ihre Mutter rufen: "Es gibt Essen!"

Was auf uns im ers­ten Augen­blick wirkt wie das Leben eines Alien, ist nicht ande­res als die Eigene Kind­heit 2.0 - Was hat sich geän­dert? Es gibt Bekannt­schaf­ten, Freunde und Cli­quen, Inter­es­sen­ge­mein­schaf­ten und Akti­ons­grup­pen, Jugend­li­che gestal­ten eigene Inter­net­sei­ten auf MyS­pace und schlie­ßen sich mit ande­ren in Grup­pen zusam­men. Web 2.0 hilft ihnen dabei.

Frü­her habe ich mich mit mei­nen Freun­den im Park getrof­fen, bin in die Töp­fer­gruppe im Jugend­zen­trum gegan­gen und habe anschlie­ßend mit den ande­ren geki­ckert. Wir haben gemein­sam einen Aus­flug vor­be­rei­tet oder zusam­men mit dem Jugend­lei­ter ein Thema aus­ge­ar­bei­tet. Die ers­ten Begeg­nun­gen mit dem C64 fan­den im Super­markt in der Elek­tro­nik­ab­tei­lung statt. Ich hatte kein Web 2.0 — schade, denn das hätte vie­les leich­ter gemacht.

Jugend­li­che sind dank glo­ba­ler Ver­net­zung und viel­fäl­ti­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten in der Lage sich bes­ser zu ent­wi­ckeln und ihrer Krea­ti­vi­tät freien Lauf zu las­sen. Nie waren so viele Jugend­li­che in der deut­schen Geschichte so enga­giert wie heute. Ganz ehr­lich gesagt bin ich nei­disch. Nei­disch auf die Leich­tig­keit mit der die Jugend den neuen Mög­lich­kei­ten begeg­net. Von fau­ler Jugend keine Spur. Jugend 2.0 ist keine Gefahr, son­dern unsere Hoffnung.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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13 Kommentare

  1. Hmm…also ich denke du siehst das Ganze etwas zu posi­tiv…
    Klar, ich merke zur Zeit auch, wie ange­nehm es ist ein Refe­rat schrei­ben zu müs­sen und nicht für ein biss­che Infor­ma­tion in die Biblio­thek ren­nen zu müs­sen oder Omi und Opi zu fra­gen…
    Aller­dings denke ich auch, dass das Inter­net sehr viele nega­tive Sei­ten der Jugend gebracht hat.
    Wo wir schon mal bei MyS­pace und Kon­sor­ten sind…wieviel Jugend­li­che wer­den durch sol­che Platt­for­men gemobbt, Fotos wer­den geklaut und zweck­ent­frem­det. Jugend­li­che und auch Kin­der kom­men immer frü­her an Hardcore-Porno Zeug ran.
    Also ich habe schon oft gedacht, dass wegen mir das Inter­net nicht hätte erfun­den wer­den müs­sen, das würde uns eini­ges ersparen.

  2. Also ich finde es selt­sam, dass heute soviel des sozia­len Lebens vir­tu­ell abläuft. Ich lerne Leute lie­ber ganz ken­nen, nicht nur schrift­lich. Für mich ist das Netz eher Wis­sens­quelle als Kommunikationsmittel,jetzt mal abge­se­hen von Blogs. Ich bin froh, dass ich für meine Semes­ter­ar­beit nicht Maga­zine in Biblio­the­ken suchen muss, son­dern sie ein­fach aus­dru­cken kann. In mei­nem Fall ist das auto­ri­sierte Lite­ra­tur, die mit­tels Peer-Review bewer­tet wurde und erst dann öffent­lich gemacht wurde. Wiki­pe­dia und sons­tige Sei­ten hat das nicht, und so eig­net es sich nur sehr sehr bedingt für Arbei­ten und Refe­rate. In man­chen The­men­ge­bie­ten ist vie­les lückenhaft.In Natur­wis­sen­schaf­ten, beson­ders in Che­mie kann es einen guten Über­blick geben und ich bin froh über die vie­len Daten zu x-welchen Chemikalien^^

    Die CopyPaste-Kultur an Schu­len hat ein­fach zur Folge, dass man ent­we­der schlechte Noten kriegt oder nichts lernt. Das Hin­ter­fra­gen, sel­ber Ver­bin­dun­gen zu zie­hen, alles was man fürs Leben brau­chen kann, geht ver­lo­ren. Spä­tes­tens am Gym­na­sium fan­gen die Leh­rer an Arbei­ten sys­te­ma­tisch auf Pla­giate zu unter­su­chen. Die meis­ten Schü­ler sind tech­nisch nicht so ver­siert und flie­gen recht schnell auf…zum Glück.

  3. Ich wun­dere mich immer über die­ses »Freunde-sammeln« auf den ver­schie­de­nen Platt­for­men.
    Wenn ein 16-jähriger 432 Freunde hat, finde ich das schon eigenartig.

  4. @ Atanua: Ich ver­stehe nicht so ganz warum man sich dei­ner Mei­nung nach bei natur­wis­sen­schaft­li­chen Din­gen auf das Inter­net ver­las­sen kann, bei ande­ren wie­der­rum nicht. Oder habe ich das falsch ver­stan­den?
    Und Copy-Pasten ist natür­lich das dümmste was man machen kann. Genau wie einer Biblio­thek lese ich mir die Texte durch, suche das für mich wich­tige und inter­es­sante her­aus und schreibe es dann aber trotz­dem in eige­nen Worten.

    @ Fun­ky­gog: Das ist denke ich nichts ande­res als ein Schwanzvergleich.

  5. @ Atanua: Ist es nicht eher frag­lich, ob es nicht Zeit wird für »Schule 2.0″? Wich­tig ist doch heute nicht mehr, dass man alles weiß, son­dern dass man in der Lage ist sich die benö­tig­ten Infor­ma­tio­nen mög­lichst schnell und kor­rekt zu beschaf­fen. Klar, man sollte natür­lich auch in der Lage sein, diese Infor­ma­tio­nen zu ver­ste­hen und zu nut­zen, ganz grund­sätz­lich halte ich die dümm­li­che Aus­wen­dig­ler­ne­rei in der Schule aber für überholt.

    Ange­nom­men ich wäre Leh­rer, ich würde einen Groß­teil der Noten­ge­wich­tung auf die Prä­sen­ta­tion legen. Ich hab es selbst erst vor kur­zer Zeit erlebt, wie schwer es den meis­ten Leu­ten fällt Infor­ma­tio­nen in über­sicht­li­cher und sinn­vol­ler Art darzustellen.

    @ Robert: Jugend­li­che die sich bes­ser ent­wi­ckeln? Naja, ich hoffe mal, dass ich in dem Arti­kel die gewohnte Iro­nie lese, denn von posi­ti­ver Ent­wick­lung der Jugend kann wohl keine Rede sein. Unmen­gen an gewalt­be­rei­ter, sexu­ell fehl­ge­lei­te­ter Jugend­li­cher die in ihrem klei­nen Leben nichts ande­res zu tun haben als den von Kitty besag­ten Schwanz­ver­gleich der Freun­des­lis­ten zu betrei­ben? Da doch lie­ber sich auf dem Bolz­platz blaue Fle­cke holen.

    Zwar gibt es durch­aus auch posi­ti­ves Bei­spiele, Devi­ant­art etc. sind sicher eine Berei­che­rung für die heute Jugend und auch über GNU, Wiki­pe­dia, Open­Source etc. will ich mich ganz bestimmt nicht nega­tiv aus­las­sen. Der recht­lich schwam­mige Raum des Inter­nets, die Por­no­gra­fie an jeder Ecke und die Mög­lich­keit andere bin­nen Sekun­den zum Gespött eines Mil­lio­nen­pu­bli­kums zu machen halte ich aber für überwiegend.

  6. @ Kitty Khaos, also jetzt auf nicht auto­ri­sierte Sachen bezo­gen wie Wiki­pe­dia? Nein, ich meine damit ein­fach, dass einige The­men­ge­biete wei­ter aus­ge­baut sind und auch regel­mäs­si­ger kon­trol­liert wer­den, da sie viel häu­fi­ger als andere auf­ge­ru­fen wer­den. Arti­kel über bestimmte Che­mi­ka­lien wer­den sicher häu­fi­ger gegoo­gelt als irgend­ein sel­te­ner, unbe­kann­ter Vogel.Manche The­men­ge­biete sind nur spär­lich aus­ge­baut, von daher muss man auch abschät­zen kön­nen ob der Arti­kel über­haupt zur Über­sicht was taugt. Die erwähnte natur­wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur im Netz ist schon bes­ser, aber auch nicht frei zugäng­lich. Man muss dafür zah­len, sofern man nicht an ner Uni arbei­tet und die Uni ein Abo hat ;-) hätte ich wohl erwäh­nen sollen.

    LG

  7. Ich habe die Jugend ja quasi stu­diert *räusper*hust*verschluck* und dabei bin ich zu der Auf­fas­sung gekom­men, dass keine Jugend bes­ser oder schlech­ter ist und keine Gene­ra­tion mehr oder weni­ger kann. Sie sind eben ein­fach nur unter­schied­lich.
    Aber jede Gene­ra­tion hat in sei­ner Jugend­zeit seine eige­nen Mög­lich­kei­ten der Abgren­zung und auch der Ent­wick­lung gefaun­den. Komi­scher­weise fällt immer der Blick auf die jeweils letzte Gene­ra­tion. Sie wird eben kri­tisch beäugt von den Gene­ra­tio­nen die von ihr abge­löst wur­den.
    ich denke ein­fach jede Jugend egal wel­cher zeit wächst in die Welt rein wo sie sich spä­ter auch zurecht fin­den muss.
    Und da ich auch Ü30 bin beneide ich die jün­ge­ren natür­lich über ihr Tech­nik­wis­sen. Ande­rer­seits haben sie kein Natur­wis­sen mehr.….wer hängt noch drau­ßen ab? Wahr­schein­lich nur die Nach­kom­men der Kelly Family.

  8. @ Robert: Tut mir leid, aber ich kann dir da trotz­dem nicht recht geben. Ich denke ich kann das ganz gut beur­tei­len, gehöre ich doch sel­ber eigent­lich noch zu die­ser Gene­ra­tion.
    Ich schäme mich nicht sel­ten zu die­ser Gene­ra­tion dege­ne­rier­ter, por­nog­ei­ler, respekt­lo­sen Jugend zu gehö­ren.
    Und ich ver­steh echt nicht in wie fern, diese Gene­ra­tion sich toll ent­wi­ckelt hat…was genau meinst du damit?
    Es mag ja sein, dass die Zah­len der Sport­ver­eine dafür spre­chen, dass die Jugend­li­chen sich wei­ter­hin sport­lich betä­ti­gen, aber was für Zah­len bie­ten im Gegen­satz dazu Kin­der­gär­ten, Schu­len, Arbeit­ge­ber, Berufs­schu­len, Poli­zei etc.?
    Klar sind nicht alle die­ser Gene­ra­tion so, aber ich denke gerade in sozi­al­schwa­chen Fami­lien ist die Jugen größ­ten­teils unerträglich.

  9. @Kitty Khaos: Viel­leicht sehe ich das ganze zu posi­tiv, doch die meis­ten sehen es zu nega­tiv. Viel­leicht steckt in jeder posi­ti­ven Ansicht ein Wunsch. Mob­bing gibt es nicht erst seit dem Inter­net, die Mög­lich­kei­ten einer sexu­el­len Ver­mark­tung gehen mit der Technik.

    @Atanua: Die Frage, die ich mir stelle ist: Was ist Wis­sen­schaft? Jeder Wis­sen­schaft­ler beginnt doch kurio­ser Weise damit Werke ande­rer Wis­sen­schaft­ler zu lesen und zu benut­zen und hin­ter­fragt opti­ma­ler­weise Gedan­ken­gänge hin­ter­fragt und wei­ter­denkt. Vor rei­nem Copy&Paste Arti­kel nehme ich Abstand, ler­nen Fehl­an­zeige. Ich finde Aber wei­ter­füh­rende Gedan­ken prima, span­nend und inter­es­sant. Ob sich die Wiki­pe­dia Pro­ble­ma­tik jedoch durch die ange­kün­dig­ten Wiki­pe­dia Qua­lity Aktion ver­bes­sert ist frag­lich. Wenn schon Copy&Paste dann ver­ste­hen und kon­kret dar­auf bezie­hen.
    Die posi­tive Seite ist, das Stu­den­ten nun auf sehr viel mehr Quel­len zugrei­fen kön­nen um dar­aus die Essenz zu destil­lie­ren, dazu nur wis­sen­schaft­li­che Werke und nicht Wiki­pe­dia zuzu­las­sen halte ich für eng­stir­nig. (Deut­sche) Pro­fes­so­ren soll­ten nicht ihre Werke als Bibel stig­ma­ti­sie­ren, son­dern die Stu­den­ten ermu­ti­gen, diese Werk zu über­prü­fen und in Frage zu stellen.

    @Funkygog: Wie Kitty schon ganz rich­tig anmerkt ist das bestimmt das typi­sche jugend­li­che Balz­ver­hal­ten, das übri­gens (und vor allem bei Män­ner) quasi nie endet. 432 Freunde sind doch schon rein orga­ni­sa­to­risch nicht zu handhaben ;)

    @Tears: Auch wenn ich Dir recht geben muss, das in vie­len mei­ner Arti­kel ein iro­ni­scher Unter­ton herrscht, sehe ich die Ent­wick­lung in die­sem Fall wirk­lich sehr posi­tiv. Jugend ist nicht das was uns die Medien oft vor­gau­keln ohne Dir unter­stel­len zu wol­len, das du dar­auf hören wür­dest. Nein, die Jugend hat sich durch­aus posi­tiv ent­wi­ckelt, da es mehr Mög­lich­kei­ten der Ent­fal­tung gibt, das mei­nen in dem Zusam­men­hang auch ande­ren (vgl. Klaus Farin : Über die Jugend und ande­ren Krank­hei­ten S. 59ff) Gerade den Bolz­platz finde ich in dei­ner Ansicht sehr inter­es­sant, denn das ein­zig nega­tive was ich zu sehen glaube, ist das unsere Jugend kör­per­lich unter­wi­ckelt her­an­wächst, Mit­glie­der­zah­len der Sport­ver­eine spre­chen zwar andere Zah­len, es ist aber auch nur ein Eindruck.

    @Schattenwelt: Genauso ist es. Im Grunde hat sich nicht viel ver­än­dert, nur die Aus­drucks­for­men und die Medi­en­prä­senz hat sich ver­än­dert. Was sich aber mei­ner Mei­nung nach sehr wohl ver­än­dert hat, sind die Mög­lich­kei­ten die unsere Jugend hat und der viel­leicht noch zu kleine Anteil derer, die dar­aus etwas machen. Evo­lu­tion in der Gesell­schaft ging schon oft von weni­gen und meis­ten Jugend­li­chen aus, von Rand­grup­pen. Der Rest der Gesell­schaft hat spä­ter nur par­ti­zi­piert. (Bei­spiel­weise die 68er Bewe­gung jun­ger Stu­den­ten) — Viel­leicht muss ich anmer­ken das Jugend­lich in mei­ner eige­nen Defi­ni­tion nicht mit 18 endet, son­dern eher mit 25).

    @all: Ich habe in mei­nem Arti­kel bewusst auf viel nega­ti­ves, aber den­noch rea­les ver­zich­tet. Denn ich denke, nega­ti­ves über die Jugend und über aktive Rand­grup­pen inner­halb die­ser berich­tet und die Presse schon genug, es ist Zeit auch ein­mal FÜR etwas zu spre­chen. Umso dank­ba­rer bin ich, das ihr durch eure Kom­men­tare so bei­tragt, das Bild zu vervollständigen.

    @

  10. Du musst mir ja auch nicht Recht geben, dar­auf lege ich kei­nen Wert :) Neh­men wir ein Bei­spiel: Obwohl ich Hip-Hop nicht mag ist es einer der größ­ten Jugend­kul­tu­ren. Com­pu­ter und glo­ba­ler Aus­tausch mit gleich­ge­sinn­ten machen es unheim­lich ein­fach, etwas krea­ti­ves zu erschaf­fen und es mit ande­ren zu Tei­len, Respekt und Aner­ken­nung zu ern­ten und sich zu ent­wi­ckeln. Ich weiß nicht wie viele Bands MyS­pace nut­zen um ihre Werke zu zei­gen. Die Chan­cen­gleich­heit ist gestie­gen, denn ein Com­pu­ter ist in vie­len Haus­hal­ten ver­füg­bar, ein Ton­stu­dio hatte frü­her nie­mand zu Hause. Es wer­den Hip-Hop Batt­les ver­an­stal­tet, deren Orga­ni­sa­tion nur über das Inter­net erfolgt. Ich finde das Beeindruckend.

    Ich sehe auch die dege­ne­rier­ten, por­nog­ei­len und respekt­lo­sen Jugend­li­chen genau wie Du und rege mich dar­über auf, genauso wie Du. Da ich mich aber schon eine Weile mit die­ser unse­rer Jugend beschäf­tige möchte ich den Blick auch auf das posi­tive len­ken was ich in die­ser Zeit ken­nen­ge­lernt habe.

  11. @ Robert
    Wissenschaft…kurz ist es die Ver­min­de­rung unse­res Unwis­sen, durch Auf­stel­len von Hypo­the­sen die dann getes­tet wer­den. Nur heisst ein Wider­le­gung der Hypo­these im Expe­ri­ment nicht, dass es wirk­lich nicht stimmt. Viel­leicht war ein­fach das Expe­ri­ment falsch auf­ge­baut? Das ist das ewige Dilemma, es las­sen sich in Expe­ri­men­ten nicht alle Fak­to­ren aus­schlies­sen, auch wenn man sich ihrer Exis­tenz gar nicht bewusst ist (sein kann).

    Ich finde schon, dass Pro­fes­so­ren dar­auf pochen soll­ten, die best­mög­li­che Lite­ra­tur zu suchen. Und nein, das ist meis­tens nicht Wiki­pe­dia, oder die öffent­li­chen Sei­ten des des Nets. Es sind kos­ten­pflich­tige Publi­ka­tio­nen, ganz ein­fach weil die Leute auch bezahlt wer­den wol­len. Ich beziehe ich mich hier vor allem auf neue For­schungs­er­geb­nisse, mit der Zeit geht eini­ges an Wis­sen in die Öffent­lich­keit über und lan­det dann auch auf Wiki­pe­dia. Auf Wiki­pe­dia fin­det aber sich zu vie­lem kaum was, was eben daran liegt, dass es a) kein sehr popu­lä­res Thema ist, Wiki ist ja auch ein Spie­gel­bild der Inter­es­sen b) man nicht neuste For­schungs­er­geb­nisse samt Daten rein­pa­cken kann, ohne die Erlaub­nis des Ver­fas­sers zu haben. Je nach Thema wird es ohne Bei­spiele sehr schwie­rig etwas zu erklären.

    Für Stu­den­ten ( je nach Stu­di­en­gang natür­lich ver­schie­den, dass ist jetzt sehr ich-bezogen) ist am Anfang eher Sekun­där­li­te­ra­tur nötig, die aber auch oft nur als Buch erhält­lich ist. Zumin­dest in die­ser Aus­führ­lich­keit. Je wei­ter man kommt, desto eher wird die For­schung zen­tra­ler Bestand­teil der Arbeit und des­we­gen wird Pri­mär­li­te­ratr immer wich­ti­ger. Das Inter­net ermög­lich es heute seine Arti­kel, jetzt mal abge­se­hen vom gan­zen Peer-Review-Prozess, viel schnel­ler der For­schungs­ge­mein­schaft zugäng­lich zu machen als frü­her. Wie gesagt ist das aber kos­ten­pflich­tig, und nicht frei zugäng­lich. Stu­den­ten haben aber Zugang zu sol­chen Internetpublikationen…im Prin­zip jeder der dafür zahlt ;-)

    LG

  12. @Atanua: Selbst­ver­ständ­lich möchte ich die Pro­fes­so­ren nicht um ihr Geld berau­ben, pas­sende Lite­ra­tur sollte nach wie vor gekauft wer­den und die stu­den­ti­schen Biblio­the­ken fül­len, ich möchte nie­man­den um sei­nen Ver­dienst brin­gen. Mir geht es eher darum, das Netz also sol­ches zu betrach­ten und zu nut­zen. Das geschieht mit dem von Dir beschrie­be­nen Peer-Review-Prozess offen­bar gut. Viel zu oft höre ich aber, das Leh­rende davon abra­ten das Netz als Wis­sens­quelle zu nut­zen und sich lie­ber auf das gedruckte Wort ver­las­sen wer­den sollte.
    Wenn es tie­fer grei­fen­des Wis­sen geht, stimme ich zu. Basis­wis­sen sollte jedoch aus dem Netz bezo­gen wer­den kön­nen und ent­spre­chend aner­kannt wer­den, das wird von 2 kon­kre­ten Bei­spie­len aus mei­nem Umfeld abge­lehnt und führte zu einer Abwer­tung der Aus­ar­bei­tung. Ich frage mal ganz frech: Wenn alles in Büchern erkauft wer­den muss um als Stu­dent erfolg­reich zu sein, ver­kommt dann Wis­sen nicht zum Luxusgut?

  13. Das Web 2.0 ist doch eine große Berei­che­rung für die Jugend und ich finde es voll­kom­men in Ord­nung, wenn sie sich ihre Infor­ma­tio­nen da raus suchen. Beson­ders ist es eine prima Hilfe bei den Haus­auf­ga­ben. Als es das Inter­net noch nicht gab, muss­ten die Schü­ler in die Biblio­thek gehen und sich dort die Bücher aus­lei­hen, wenn sie Pech hat­ten war die­ses eine Buch, was sie gerade brauch­ten, aus­ge­lie­hen. Da haben sie es doch heute viel ein­fa­cher, sie haben immer Zugriff auf das spe­zi­elle Thema.

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