2 November
Die Bürde des Gastartikels
Gastbeiträge sind wie virtuelle Besuche. Man verabredet sich und macht einen festen Termin aus, der Gastgeber sorgt meistens für eine möglichst angenehme Atmosphäre, er putzt sein Backend und entfernt oder deaktiviert sogar störende Plugins, deren Bedienung er selbst noch nicht verstanden hat und legt dem Gast sogar ein eigenes Klingelschild an. Als Gastgeber muss man ein Stück Vertrauen an jemanden weiterreichen, den man in der Regel noch nicht mal im realen Leben gesehen hat, sondern nur anhand von Profilen, Bilder, Texten und Kommentaren. Und immer schwingt ein bisschen Angst mit. Was wird der Gast schreiben, welche Bilder wird er benutzen, passt das überhaupt zu mir oder bringt er mich gar in Teufels Küche?
Ich habe bis jetzt schon 2 Gastbeiträge verfasst, erst wollte ich schon großkotzig dafür eine eigene Seite anlegen, muss aber zugeben, das es sich noch nicht lohnt — denke ich jedenfalls. Und ganz ehrlich habe ich mich als Gast genauso verhalten wie der Gastgeber. Schreibe ich einen Text der den Ansprüchen genügt? Benutze ich die richtigen Bilder? Mache ich mich mit meinem Satzbau, Grammatik und Rechtschreibung sogar lächerlich? Eigentlich schreibe ich meine Beiträge immer sehr sorgfältig und genauso verhalte ich mich auch als Gast. Ich komme vorbei, unterhalten mich mit den anderen Gästen und dem Gastgeber, mache nichts schmutzig oder kaputt und versuche zumindestens ein Stückchen so zu sein, wie ich auch sonst so bin. Kurios, das man dabei hinter der virtuellen Glasscheiben sitzt und unzählige Besucher dann auch noch beobachten können, was vor sich geht.
Aber wir wollen mal festhalten, das ein Gasbeitrag prinzipiell nur gutes bewirkt, im Prinzip ist das doch eine große Ehre, für den Schreiber und den beschriebenen. Es fördert die Vernetzung untereinander und sorgt für neue Leser beider Teilnehmer. Außerdem fühlt man sich doch so ein bisschen wie ein freier Autor, der seinen Senf für die unterschiedlichsten und natürlich großartigsten Blogs beisteuert, vielleicht sogar Sex in the City mäßig gleich eine eigene Kolumne bekomt. Ein Blogger mit vielen Gastbeiträgen auf möglichst populären Blogs ist demnach sowas wie eine Ikone, denn wenn man »Den schon schreiben lässt«, dann muss der echt was zu sagen haben und seine Meinung hat auch gleich viel mehr Gewicht.
Natürlich ist der Weg zur Ikone lang und steinig und manchmal schmelzen einem auf dem Weg zur Sonne die Flügel, deshalb sollte man nie den Boden unter den Füßen verlieren. Ein bisschen Ruhm und Anerkennung wünscht sich jeder, vor allem der Blogger, den sonst würde er nicht bloggen.
Ein gute Möglichkeit dazu bietet die Aktion von Konna und seiner Gedankendeponie, den Blogjulklapp 2009. Da natürlich niemand genau weiß, was das bedeutet, zitiere ich an dieser Stelle den Initiator selbst:
Der Blogjulklapp ist mein Blogosphären-Pendant zum echten Julklapp. Bei diesem in manchen Regionen auch Wichteln genannten Vorweihnachtsspaß bekommt jeder Teilnehmer einen Namen zugelost und muss diesem ein Geschenk machen, aber niemand weiß, von wem er etwas bekommt. Mein Blogjulklapp verändert dieses Prinzip etwas: Jeder Blogger, der sich anmeldet, kommt in den Lostopf. Nach Anmeldeschluss (siehe unten) lose ich aus, welcher Blogger auf welchem Blog eines anderen einen Gastbeitrag schreiben muss. Die Themenwahl ist an sich frei, kann und sollte aber irgendwie mit dem eigentlichen Besitzer des Blogs abgesprochen werden.
Merkwürdig, eigentlich wollte ich nur eine kurze Einleitung zu Konnas Aktion schreiben und jetzt muss ich schon wieder das Textfenster scrollen. Ich fürchte ich muss ein Kommunikationsbedürfnis befriedigen. Nichts desto trotz habe ich mich natürlich beim Blogjulklapp angemeldet und werde den entsprechenden Banner an prominenter Stelle platzieren. Anmelden kann man sich noch bis zum 20. November 2009.
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Stöckchen und Paraden
Schlagwort: Gastbeitrag


hat bereits 35 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. November 2009 um 14:52:
Eine wundervolle Einführung für die Aktion!
Wir wollen aber nicht vergessen, dass in einigen Tagen noch ein viel wichtigerer Gastbeitrag ins Haus steht :)
hat bereits 42 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. November 2009 um 15:27:
Herzlichen Dank für diese tolle Werbung für meine Aktion. Stelle dir mich vor Scham errötet halb im Boden versunken vor. :)
Und mich nennst du einen Gentleman-Blogger? Du hast mit dieser Einführung in die Kunst des Gastartikelschreibens bewiesen, dass du der wahre Gentleman bist. Diesen Beitrag sollte sich jeder der Teilnehmer durchlesen, bevor es losgeht.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 31. Januar 2010 um 00:51:
@juliaL49: Danke für die Blumen, ich hoffe habe die Bürden erfolgreich getragen :)
@Konna: Stelle ich mir jetzt nicht vor, Rot steht Dir nicht. Und ja, ich nenne dich einen Gentleman-Blogger. Nach wie vor, ob ich mich jedoch selbst darunter zählen würde ist fraglich. Ich bin gerne höflich, muss ich wohl von meiner Mutter haben :)