2 November

Die Bürde des Gastartikels

Kategorie: Stöckchen und Paraden — Jahrgang: 20093 Kommentare

Gast­bei­träge sind wie vir­tu­elle Besu­che. Man ver­ab­re­det sich und macht einen fes­ten Ter­min aus, der Gast­ge­ber sorgt meis­tens für eine mög­lichst ange­nehme Atmo­sphäre, er putzt sein Backend und ent­fernt oder deak­ti­viert sogar stö­rende Plugins, deren Bedie­nung er selbst noch nicht ver­stan­den hat und legt dem Gast sogar ein eige­nes Klin­gel­schild an. Als Gast­ge­ber muss man ein Stück Ver­trauen an jeman­den wei­ter­rei­chen, den man in der Regel noch nicht mal im rea­len Leben gese­hen hat, son­dern nur anhand von Pro­fi­len, Bil­der, Tex­ten und Kom­men­ta­ren. Und immer schwingt ein biss­chen Angst mit. Was wird der Gast schrei­ben, wel­che Bil­der wird er benut­zen, passt das über­haupt zu mir oder bringt er mich gar in Teu­fels Küche?

Ich habe bis jetzt schon 2 Gast­bei­träge ver­fasst, erst wollte ich schon groß­kot­zig dafür eine eigene Seite anle­gen, muss aber zuge­ben, das es sich noch nicht lohnt — denke ich jeden­falls. Und ganz ehr­lich habe ich mich als Gast genauso ver­hal­ten wie der Gast­ge­ber. Schreibe ich einen Text der den Ansprü­chen genügt? Benutze ich die rich­ti­gen Bil­der? Mache ich mich mit mei­nem Satz­bau, Gram­ma­tik und Recht­schrei­bung sogar lächer­lich? Eigent­lich schreibe ich meine Bei­träge immer sehr sorg­fäl­tig und genauso ver­halte ich mich auch als Gast. Ich komme vor­bei, unter­hal­ten mich mit den ande­ren Gäs­ten und dem Gast­ge­ber, mache nichts schmut­zig oder kaputt und ver­su­che zumin­des­tens ein Stück­chen so zu sein, wie ich auch sonst so bin. Kurios, das man dabei hin­ter der vir­tu­el­len Glas­schei­ben sitzt und unzäh­lige Besu­cher dann auch noch beob­ach­ten kön­nen, was vor sich geht.

Aber wir wol­len mal fest­hal­ten, das ein Gas­bei­trag prin­zi­pi­ell nur gutes bewirkt, im Prin­zip ist das doch eine große Ehre, für den Schrei­ber und den beschrie­be­nen. Es för­dert die Ver­net­zung unter­ein­an­der und sorgt für neue Leser bei­der Teil­neh­mer. Außer­dem fühlt man sich doch so ein biss­chen wie ein freier Autor, der sei­nen Senf für die unter­schied­lichs­ten und natür­lich groß­ar­tigs­ten Blogs bei­steu­ert, viel­leicht sogar Sex in the City mäßig gleich eine eigene Kolumne bekomt. Ein Blog­ger mit vie­len Gast­bei­trä­gen auf mög­lichst popu­lä­ren Blogs ist dem­nach sowas wie eine Ikone, denn wenn man »Den schon schrei­ben lässt«, dann muss der echt was zu sagen haben und seine Mei­nung hat auch gleich viel mehr Gewicht.

Natür­lich ist der Weg zur Ikone lang und stei­nig und manch­mal schmel­zen einem auf dem Weg zur Sonne die Flü­gel, des­halb sollte man nie den Boden unter den Füßen ver­lie­ren. Ein biss­chen Ruhm und Aner­ken­nung wünscht sich jeder, vor allem der Blog­ger, den sonst würde er nicht bloggen.

Ein gute Mög­lich­keit dazu bie­tet die Aktion von Konna und sei­ner Gedan­ken­de­po­nie, den Blog­jul­klapp 2009. Da natür­lich nie­mand genau weiß, was das bedeu­tet, zitiere ich an die­ser Stelle den Initia­tor selbst:

Der Blogjulklapp ist mein Blogosphären-Pendant zum echten Julklapp. Bei diesem in manchen Regionen auch Wichteln genannten Vorweihnachtsspaß bekommt jeder Teilnehmer einen Namen zugelost und muss diesem ein Geschenk machen, aber niemand weiß, von wem er etwas bekommt. Mein Blogjulklapp verändert dieses Prinzip etwas: Jeder Blogger, der sich anmeldet, kommt in den Lostopf. Nach Anmeldeschluss (siehe unten) lose ich aus, welcher Blogger auf welchem Blog eines anderen einen Gastbeitrag schreiben muss. Die Themenwahl ist an sich frei, kann und sollte aber irgendwie mit dem eigentlichen Besitzer des Blogs abgesprochen werden.

Merk­wür­dig, eigent­lich wollte ich nur eine kurze Ein­lei­tung zu Kon­nas Aktion schrei­ben und jetzt muss ich schon wie­der das Text­fens­ter scrol­len. Ich fürchte ich muss ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­dürf­nis befrie­di­gen.  Nichts desto trotz habe ich mich natür­lich beim Blog­jul­klapp ange­mel­det und werde den ent­spre­chen­den Ban­ner an pro­mi­nen­ter Stelle plat­zie­ren. Anmel­den kann man sich noch bis zum 20. Novem­ber 2009.

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Stöckchen und Paraden
Schlagwort:

Verwandte Artikel

3 Kommentare

  1. Eine wun­der­volle Ein­füh­rung für die Aktion!

    Wir wol­len aber nicht ver­ges­sen, dass in eini­gen Tagen noch ein viel wich­ti­ge­rer Gast­bei­trag ins Haus steht :)

  2. Herz­li­chen Dank für diese tolle Wer­bung für meine Aktion. Stelle dir mich vor Scham errö­tet halb im Boden ver­sun­ken vor. :)

    Und mich nennst du einen Gentleman-Blogger? Du hast mit die­ser Ein­füh­rung in die Kunst des Gast­ar­ti­kel­schrei­bens bewie­sen, dass du der wahre Gent­le­man bist. Die­sen Bei­trag sollte sich jeder der Teil­neh­mer durch­le­sen, bevor es losgeht.

  3. @juliaL49: Danke für die Blu­men, ich hoffe habe die Bür­den erfolg­reich getragen :)

    @Konna: Stelle ich mir jetzt nicht vor, Rot steht Dir nicht. Und ja, ich nenne dich einen Gentleman-Blogger. Nach wie vor, ob ich mich jedoch selbst dar­un­ter zäh­len würde ist frag­lich. Ich bin gerne höf­lich, muss ich wohl von mei­ner Mut­ter haben :)

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?

Trackbacks

  1. […] Bürde des Gast­ar­ti­kels hat Robert aus­ge­zeich­net getra­gen und ich werde hof­fent­lich mit die­sem Bei­trag hier ebenso stark […]

  2. […] kleine Samm­lung von Tipps für das Schrei­ben von Gast­bei­trä­gen ver­fasst. Und auch Robert hat einen lesens­wer­ten Text dar­über ver­fasst, wie sich ein Gast­au­tor auf einem frem­den Blog verhalten […]

  3. […] Bürde des Gast­ar­ti­kels hat Robert aus­ge­zeich­net getra­gen und ich werde hof­fent­lich mit die­sem Bei­trag hier […]