11 Juni

Der Staat kapituliert vor seinen eigenen Werkzeugen

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 201012 Kommentare

Screen­shot Bundesjustizministerium

Im Stra­ßen­ver­kehr hat man es leicht. Wenn man sich peni­bel an alle auf­ge­stell­ten Regeln und Ver­bote hält, auf­merk­sam die Schil­der liest und immer ein wach­sa­mes Auge auf sein Umfeld hat, bleibt man vor unlieb­sa­men Über­ra­schun­gen wei­test­ge­hend ver­schont. Wäre das im Inter­net nur auch so. Gerne würde ich mich an alle Regeln hal­ten und mich so vor Damo­kles Schwert schüt­zen, das scheint mir aber unmög­lich — viel schlim­mer noch, es wird mir unmög­lich gemacht. Das Wort Abmah­nung ist wohl jedem ein Begriff gewor­den, denn monat­lich ver­tei­len Post­bo­ten tau­sende von Abmah­nun­gen in Brief­käs­ten sorg­lo­ser Tausch­bör­sen­be­nut­zer, Inter­net­sei­ten­be­trei­ber, Ebayer und Blog­ger weil ein Maschi­ne­rie von Anwäl­ten nur dar­auf war­tet tätig wer­den zu kön­nen um die Rechte ihrer Man­da­ten kos­ten­pflich­tig zu vertreten.

Immer wie­der sor­gen kuriose oder pro­mi­nente Abmah­nun­gen für Auf­se­hen unter den Netz­ak­ti­ven. Es ver­geht kein Monat in dem nicht ein beson­ders absur­der Fall von Rechts­ver­let­zung in Form von zahl­rei­chen Arti­kel die Runde macht. Ein Arti­kel in der aktu­el­len c’t bringt die Sache auf den Punkt: »Von wegen rechts­freier Raum — das Inter­net ent­wi­ckelt sich zum undurch­dring­li­chen juris­ti­schen Dschun­gel. Selbst wer den sau­be­ren Rechts­pfad nicht ver­lässt, kann in die Falle tap­pen. Eine ganze Reihe unschar­fer Rege­lun­gen sorgt dafür, dass dem Netz­nut­zer hor­rende Kos­ten dro­hen, wenn nicht gar Schlim­me­res.»1Das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rium schreibt auf sei­ner Inter­net­seite: »Das Ri­si­ko einer Ab­mah­nung lässt sich nicht voll­stän­dig ver­mei­den. Auch die nach­fol­gen­den Er­läu­te­run­gen kön­nen kei­nen ab­so­lu­ten Schutz davor bie­ten, wegen feh­ler­haf­ter An­ga­ben recht­mä­ßig ab­ge­mahnt zu wer­den, denn letzt­lich be­ur­tei­len die Ge­rich­te, ob im Ein­zel­fall eine Rechts­ver­let­zung vor­liegt oder nicht.« und offen­bart damit seine Hilf­lo­sig­keit vor den eigene Geset­zen und Werk­zeu­gen. Und in der Tat sind Rat­ge­ber für den kor­rekte Teil­nahme am Inter­net ein sel­te­nes Gut, nicht weil nie­mand sie schrei­ben möchte, son­dern weil es ein­fach unmög­lich sich wirk­lich rich­tig zu verhalten.

Wie Sie Ihre Inter­net­sei­ten rechts­si­cher gestal­ten ist zumin­des­tens ein Leit­fa­den der eine Rich­tung vor­gibt, ohne jedoch eine abschlie­ßende Lösung zu prä­sen­tie­ren. Im letz­ten Satz rela­ti­viert der Autor selbst: »Auch wenn die­ser Bei­trag mit gro­ßer Sorg­falt und Sach­kennt­nis erstellt wurde, kann für die inhalt­li­che Rich­tig­keit, Voll­stän­dig­keit und Aktua­li­tät keine Gewähr über­nom­men wer­den. Die­ser Bei­trag stellt kei­nen Ersatz für eine […] Bera­tung durch einen Rechts­an­walt dar.«

Prag­ma­ti­ker wer­den wohl ein­wer­fen, das es am ein­fachs­ten sein, am digi­ta­len Leben ein­fach nicht teil­zu­neh­men um dadurch die Gefahr auf ein Mini­mum zu beschrän­ken. Doch für die meis­ten ist Netz ein wich­ti­ger Bestand­teil ihres All­tags und dar­aus nur schwer­lich wie­der weg­zu­den­ken. Als neues Mit­tel der Demo­kra­tie und Mit­tel zur Mei­nungs­äu­ße­rung und Mei­nungs­bil­dung eröff­nen sie unge­ahnte Mög­lich­kei­ten und viel neues Poten­tial des­sen Ver­nach­läs­si­gung ebenso fatal wäre.  Netz­pes­si­mis­mus ist der fal­sche Weg, eine gesunde Por­tion Skep­sis und Neu­gier schützt vor allzu unlieb­sa­men Überraschungen.

  1. Aus dem Arti­kel »Ein fal­scher Klick… — Das Inter­net ist ein juris­ti­sches Minen­feld« von Hol­ger Bleich, c’t 2010, Heft 13, Seite 76 []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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12 Kommentare

  1. Prag­ma­ti­ker wer­den wohl ein­wer­fen, das es am ein­fachs­ten sein, am digi­ta­len Leben ein­fach nicht teil­zu­neh­men um dadurch die Gefahr auf ein Mini­mum zu beschrän­ken.

    Mal ganz davon abge­se­hen, dass ich gar nicht auf die Teil­nahme am digi­ta­len Leben ver­zich­ten will, da es eben zum Teil mei­nes selbst­ver­ständ­li­chen Lebens gewor­den ist, so wie das Zäh­ne­put­zen und andere Dinge, könnte man mit die­sem Pseudo-Argument so ziem­lich alles weg­dis­ku­tie­ren. Ver­zich­ten wir doch ein­fach auf Autos, dann gibt es keine Auto­un­fälle mehr und viel weni­ger Unfall­tote. Oder ver­zich­ten wir doch ein­fach auf Strom, dann brau­chen wir uns keine Gedan­ken mehr um Kraft­werke zu machen.

    Dass auch im Inter­net gewisse Regeln herr­schen müs­sen, sollte eigent­lich klar sein. Dass diese auch nicht unbe­dingt jedem gefal­len, ist auch klar — ist mit Tem­po­be­schrän­kun­gen genauso. Aber die Tat­sa­che, dass die beste­hen­den Rege­lun­gen und Gesetze förm­lich miss­braucht wer­den, um einen Zweck zu errei­chen, der vom Gesetz SO gar nicht gewollt ist, ist schon als per­vers zu bezeichnen.

    Wenn dann aus­ge­rech­net der Gesetz­ge­ber(!) auch noch ohn­mäch­tig dane­ben­steht und nicht weiß, was er tun soll, ist das ein Armuts­zeug­nis. So kann man der­zeit nur dar­auf hof­fen, dass die obers­ten deut­schen und inter­na­tio­na­len Gerichte die Ver­ant­wor­tung über­neh­men und die Geset­zes­aus­le­gung man­cher Abmahn­an­wälte so ein­schrän­ken, wie diese eigent­lich gedacht sind. Sinn und Zweck der Ange­le­gen­heit kann dies den­noch wohl kaum sein.

  2. Genau das ist der Grund wes­halb ich schon lang mit dem Gedan­ken eines Root-Servers im Aus­land und den voll­stän­di­gen Ver­zicht auf .de Domains spiele. Klar, Ver­ur­sa­cher­prin­zip und sons­ti­ges Bla­Bla aber da ich dann nicht nur auf die Impress­ums­pflicht schei­ßen kann son­dern auch das Whois der Domain ver­schlei­ern kann kön­nen die mich mal kreuz­weise. Beim rich­ti­gen Anbie­ter — die gibt es schein­bar schon in Luxen­burg — kön­nen sich die Her­ren Abmahn­haie dann auch auf den Kopf stel­len und bekom­men trotz­dem keine Adresse und selbst die Ermitt­lungs­be­hör­den wür­den sich bei den meis­ten klei­ne­ren Delik­ten die Zähne ausbeissen.

    Anony­mes Inter­net? Nein, muss nicht sein. Ich rege mich selbst hin und wie­der auf, wenn ich kein Impres­sum vor­finde wo eines sein sollte — bei­spiels­weise weil das Kon­takt­for­mu­lar nicht funk­tio­niert und man aber drin­gend mit dem Anbie­ter kom­mu­ni­zie­ren müsste. Das könnte man dann aber pro­blem­los in ein hieb– und stich­fes­tes Gesetz packen: Ladungs­fä­hige Post­an­schrift, eine Mög­lich­keit zur elek­tro­ni­schen Kon­takt­auf­nahme, sprich E-Mail und eine Tele­fon­num­mer und schon hät­ten wir es ein­fach und könn­ten den Her­ren Abmahn­haien den Mit­tel­fin­ger zeigen.

    Was mir in dem von dir ver­link­ten Bei­trag fehlt ist eine klare Aus­sage über Steu­er­num­mern und Bank­ver­bin­dun­gen. Wie viele Unter­neh­men schrei­ben ihre Steu­er­num­mer ins Impres­sum? Soweit ich bis­her raus­fin­den konnte ist es sogar eine blöde Idee diese ins Impres­sum zu schrei­ben — Missbrauchsgefahr.

    Für mich ist diese ganze Tele­me­di­en­sa­che wie­der ein kla­res Zei­chen dafür, dass die Dep­pen die uns Regie­ren sich end­lich wei­ter­bil­den soll­ten oder sich wenigs­tens von anstän­di­gen Bera­tern beim Ver­fas­sen von Geset­zen bezüg­lich neuer Medien unter die Arme grei­fen las­sen soll­ten. Machen die aber nicht, die schreien lie­ber »Kil­ler­spiel­ver­bot« oder »Pädo-Stoppschild«.

  3. @Sascha: Für die­ses Modell plä­diere ich eben­falls. Eine Abmah­nung darf kein Mit­tel sein Anwalts­kanz­leien und den Rech­te­in­ha­ber zu berei­chern. Ich sehe es schon kom­men: Wenn die erste Abmah­nung immer zu Las­ten des Abmah­nen­den geht, jam­mert die Rechts­an­walts­bran­che wegen hoher Arbeits­lo­sen­zah­len. Der Gesetz­ge­ber ist gefor­dert, seine Regeln die er auf­stellt, klar zu for­mu­lie­ren und nicht wegen eini­ger Lob­by­is­ten immer wei­ter zu verwässern.

    @Thomas: Kon­takt­for­mu­lar ist ein gutes Stich­wort, das muss ich auch noch in irgend­ei­ner Form hier umset­zen. Zurück zum Thema: Bank­ver­bin­dun­gen im Impres­sum von Fir­men? Gibt es dafür einen Hin­ter­grund — irgend­wie will sich mir die Sinn­haf­tig­keit die­ser Maß­nahme nicht erschlie­ßen. In dei­nem letz­ten Satz steckt viel Wahr­heit drin, denn genau das ist auch meine Mei­nung. Momen­tan scheint es so, als wür­den man­che Gesetze nur zum Zwe­cke des Wahl­kampfs erlas­sen und nicht mehr im Dienste und zum Schutze des Volkes.

  4. Was mich noch immer wun­dert — hatte es mit mei­ner bes­se­ren Hälfte ges­tern beim Lesen dei­nes Bei­trags davon — dass noch immer unzäh­lige Sei­ten im Inter­net ohne Impres­sum aus­kom­men. Kom­plett ohne Impres­sum. Das betrifft in ers­ter Linie pri­vate Blogs und ich frage mich, wie es man­che Leute schaf­fen, dass sie keine Abmah­nung bekom­men obwohl sie über­haupt kein Impres­sum haben, andere wer­den aber wegen nem Zah­len­dre­her in der Tele­fon­num­mer zur Kasse gebe­ten. Machen es sich die Damen und Her­ren Abmahn­haie inzwi­schen so leicht, dass sie sich die Arbeit die Adresse eines Abmahn­kan­di­da­ten (in dem Fall ja sogar berech­tigt) raus­zu­su­chen spa­ren und lie­ber die neh­men, die ihrer Impress­ums­pflicht nach­kom­men wol­len aber eben nicht 100% kor­rekt erfül­len, etwa weil sie keine Tele­fon­num­mer angeben?

  5. @Thomas
    Vor­sicht, hier darf man nichts vermischen:

    Wer bei einem Hos­ter wie zum Bei­spiel WordPress.com, blogspot.com oder ähnli­chen bloggt, der muss selbst kein Impres­sum auf dem Blog füh­ren. Die Impres­sumpflicht besteht näm­lich nicht für den Auto­ren, son­dern den Betrei­ber eines Blogs.

    Wer aller­dings unter eige­ner Domain einen Blog betreibt, »betreibt« ihn eben, ist daher Betrei­ber und somit grund­sätz­lich ver­pflich­tet, ein Impres­sum zu führen.

    ABER: du wirst –da bin ich ziem­lich sicher– in Deutsch­land kei­nen Fall fin­den, in dem ein PRIVATER Blog allein wegen eines feh­len­den oder feh­ler­haf­ten Impress­ums abge­mahnt wurde. In dem Fall muss näm­lich noch ein Grund für die Abmah­nung vor­lie­gen, durch den der Abmah­nende unmit­tel­bar durch das fal­sche oder feh­lende Impres­sum in sei­nen Rech­ten betrof­fen wäre. Einen sol­chen Fall wirst du aber in der Pra­xis höchs­tens dann fin­den und beja­hen kön­nen, wenn noch andere Rechts­ver­let­zun­gen auf dem Blog began­gen wer­den und dann wegen feh­len­dem oder feh­ler­haf­tem Impres­sum eine sofor­tige Kon­takt­auf­nahme nicht mög­lich ist.

    Anders sieht die Sache übri­gens z.B. bei Online­shops aus. Dort muss das Impres­sum tat­säch­lich ein­wand­frei sein, ansons­ten kön­nen Kon­kur­ren­ten schon allein dar­aus eine Tat­sa­che ablei­ten, die zu einer Abmah­nung berech­ti­gen würden.

  6. Bei Blogs ist das aber so eine Sache. Bis wohin ist ein Blog pri­vat? Wie wird die redaktionell/journalistische Tätig­keit gewer­tet? Blen­dest du bei­spiels­weise Google Wer­bung in dei­nen pri­va­ten Blog, so könnte man das sicher­lich schon als gewerb­lich im Sinne von Geld ver­die­nen anse­hen. Dar­über hin­aus gebe ich Dir aber recht, mir ist auch noch kein Fall bekannt indem ein Blog­ger allein wegen des feh­len­den Impress­ums abge­mahnt wurde. Das ist aber auch mei­ner nach nicht der Punkt, son­dern eher die Hilf­lo­sig­keit der Gesetz­ge­ber selbst. Das Impres­sum ist nur die Spitze des Eis­bergs. Unzäh­lige Abmahn­ge­schich­ten aus der Blog­ger­welt zei­gen jedoch, das man noch wegen viel absur­de­ren Din­gen abge­mahnt wer­den kann, ich spiele mal hier auf die Pro­ble­ma­tik Zitate/Meinungsfreiheit an. Wohin führt das noch? Kann wegen des ein­bin­den eines YouTube Videos mit mög­li­cher­weise Urhe­ber­recht­lich geschütz­tem Mate­rial abge­mahnt wer­den? Wel­che Bil­der wer­den durch das Zitat­recht abge­deckt? u.s.w.

    Letzt­end­lich kann Dir diese Frage nie­mand abschlie­ßend beant­wor­ten. (Ich habe jeden­falls noch nichts der­glei­chen gele­sen) Ledig­lich prag­ma­ti­sche Hin­weise wie: »Videos sind kri­tisch, bes­ser gar keine ver­lin­ken oder ein­bin­den…« Und die hel­fen nicht weiter.

  7. Das ist typisch unser deut­sches Recht. Man muss alles dop­pelt, drei­fach und noch öfter absi­chern, ver­bie­ten und ein­schrän­ken. Den­ken wir nur ans Waf­fen­recht: In dem Moment in dem ich einen ande­ren Men­schen mit einer Waffe, sei es Pis­tole, Mes­ser oder Blei­stift bedrohe oder ihm gar kör­per­li­chen Scha­den zufüge mache ich mich straf­bar, kann dafür belangt wer­den. Warum muss man anfan­gen Butterfly-Messer, Ein­hand­mes­ser und diese und jede Waf­fen ver­bie­ten? Das ist schlicht absurd, denn wenn ich mit einem Mes­ser nichts anstelle, dann ist es egal ob ich mit nem Nagel­knip­ser oder einem Bi-Händer durch die Gegend renne. Schö­nes Bei­spiel dazu:

    http://www.messerforum.net/showpost.php?p=456589&postcount=12

    Auch was das Ein­bin­den von YouTube-Videos angeht könnte man eine sim­ple Rege­lung schaf­fen: Schuld ist der Uploa­der, in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen der Hos­ter wenn die­ser bei einem Hin­weis nicht rea­giert. Du als nor­ma­ler Inter­net­nut­zer kannst aber nicht jedes Video und jeden noch so klei­nen Schnip­sel über­prü­fen ob die­ser jetzt legal ist oder nicht. Den­ken wir doch einen Schritt wei­ter: Du ver­wen­dest Bil­der aus einer freien Bild­da­ten­bank wie Pixelio… und der Uploa­der stellt ein frem­des Bild als sein geis­ti­ges Eigen­tum hin, du nutzt es… und sollst nach­her der Blöde sein?

    So könn­ten wir ver­mut­lich stun­den­lang wei­ter­ma­chen… hilft aber nichts, solange unsere ver­blö­de­ten Mit­men­schen wei­ter an der immer glei­chen Stelle ihr Kreuz­chen machen und die nächste Schwemme der unfä­hi­gen Dumm­schwät­zer unsere Gesetze wei­ter ver­schach­telt und kom­pli­zier­ter macht statt ein­fach mal klare und sinn­volle Ansa­gen zu machen.

  8. @Thomas: wun­der­bar ver­quer und ver­ein­facht. Die Tat­sa­che, daß es das Inter­net gibt, ent­bin­det Dich nicht Dei­ner Ver­ant­wor­tung. Über­all gibt es das Gebot, seine Quel­len zu über­prü­fen.
    Doch, Du kannst über­prü­fen, aber irgend­wie hat kei­ner Bock drauf. Selbst Schuld.

  9. Ich ver­stehe beide Mei­nun­gen und bin auch von bei­den betrof­fen. Zum einen geben ich Vizioon recht, seine Quel­len zu über­prü­fen und anzu­ge­ben ist eine Pflicht, die viele ver­nach­läs­si­gen, ich ver­stehe aber auch Tho­mas, denn in Zei­ten von Abmahn­will­kür zur Erzeu­gung von Gewin­nen müs­sen Rege­lun­gen her. Denn auch wenn ich allen meine Quel­len benen­nen, ver­linke und über­prüfe schützt mich das nicht vor anwalt­li­chen Schreiben.

    Ich denke hier muss die gol­de­nen Mitte gefun­den wer­den. Im schlimms­ten Fall wer­den die Gesetze noch ver­schach­tel­ter und ermög­li­chen wei­tere Abmahn­wel­len, die nur eins zur Folge hat: Die Men­schen hören damit auf, sich krea­tiv mit dem Netz zu befas­sen und ver­kom­men zu tota­len Kon­su­men­ten. Die Indus­trie freut es sicher­lich, mich nicht.

  10. Vizioon, da ist nur ein klei­ner Denk­feh­ler drin: Quel­len­an­ga­ben sind ein Ding, das fak­tisch belegte Wis­sen um den Urhe­ber, die Rech­te­in­ha­ber usw. zu bekom­men ist wohl eine »Mis­sion Impos­si­ble«. Bei­spiel Pixelio: Was machst du, wenn die Per­son die ein Bild dort hoch­läd nicht der Urhe­ber die­ses Bil­des ist? Willst du jeden des­sen »Upload« (sei es auf YouTube oder sonst wo) per­sön­lich besu­chen, mit Thio­pen­tal voll­pum­pen um sicher zu gehen, dass er auch wirk­lich der Urhe­ber ist?

    Was ich im Nor­mal­fall bei YouTube-Videos mache ist aufs Upload-Datum zu gucken. Ist das Video mög­lichst alt besteht rela­tiv wenig Anlass zu dem Ver­dacht, der Rech­te­in­ha­ber hätte etwas gegen die Exis­tenz des Videos. Wenn doch: Soll er mich doch ver­kla­gen, dann geb ich ihm nen Grund.

  11. @Thomas: Denk­feh­ler? Gleich­falls! Benutze es ein­fach nicht.
    Das ist ein Pro­blem des Inter­nets, der sorg­lose Umgang mit Infor­ma­tio­nen, bzw. Pseu­do­in­for­ma­tio­nen. Und im Prin­zip ja, ich will wis­sen, woher oder von wem das Bild stammt, oder auch das Video. Denn ansons­ten ist es mög­li­cher­weise gelo­gen, und von daher unwichtig.

  12. Ein grund­sätz­li­ches Pro­blem des Net­zes, die Rele­vanz von Infor­ma­tio­nen. Es wun­dert mich nicht das es soviel News-Portale gibt, denn durch die vie­len rich­ti­gen und fal­schen Infor­ma­tio­nen im Netz ver­liert man sehr schnell den Über­blick. Auch wenn die Quelle eines Bil­des bekannt ist, oder man weiß wer das Video gemacht hat, schützt das noch lange nicht vor Lügen.

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