17 Juni

Business Punks

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20094 Kommentare

Das der ableh­nende Teil der Gesell­schaft der sich unter dem Ober­be­griff Punk ver­sam­melt nicht gerade für ihren finan­zi­el­len Reich­tum bekannt ist, sollte nichts unbe­kann­tes sein. So ging ich bei einer Begeg­nung in der hie­sige Stadt von einer kla­ren Situa­tion aus. »Haste viel­leicht noch „n biss­chen Klein­geld über?« fragte mich der am Boden sit­zende Mensch mit bun­ten Haa­ren und einem Becher in der Hand. Als ich gerade meine Hand in die Hosen­ta­sche ver­sen­ken wollte, klin­gelt das IPhone. Nicht meins, denn ich habe kein Handy. So tauscht der Mensch mit den bun­ten Haa­ren den Becher gegen sein IPhone, wirft einen Blick auf das Dis­play und geht ran: »Ey Alter, was geht?« — Ich gehe wei­ter und denke nach.

Busi­ness Punk? Nein, das wäre doch eine Belei­di­gung des Begrif­fes, des­halb ein Mensch mit bun­ten Haa­ren der am Boden sitzt und Geld schnorrt. Busi­ness Punks gab es 1983 schon, so taufte eine aus­tra­li­sche Fern­seh­crew ein Gruppe von Punks, die in Lon­don den Leu­ten Fotos mit sich anbo­ten und dafür 2 Pfund ver­lang­ten. Denn rund 7 Jahre nach ihrer Ent­ste­hung waren aus den Punks eine Tou­ris­ten­at­trak­tion gewor­den. Was kön­nen wir dar­aus ler­nen? Men­schen mit bun­ten Haa­ren sind noch lange keine Punks und ech­tere Punks kön­nen auch Geschäfts­tüch­tig sein, das war immer schon so.

Update: Bei YouTube ist eine neue Ver­sion des Videos auf­ge­taucht das mit wesent­lich bes­se­rer Qua­li­tät auf­war­ten kann.

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: , ,

Verwandte Artikel

4 Kommentare

  1. Man hat schon von Leu­ten gehört, die in Fli­cken auf der Straße geses­sen sind und am Abend dann in eine Stretch­limo inkl. Fah­rer gestie­gen sind. Bet­teln, rich­tig durch­ge­führt, scheint sich teil­weise zu loh­nen und die ARGE merkt davon nichts. Bei einem Tages­lohn von teil­weise über 30 — 40 Euro (frag mich jetzt nicht nach ner Quelle :P ) lohnt sich das doch. Rech­net man Hartz IV dazu und bedenke, dass man wäh­rend der Arbeits­zeit Alko­hol in belie­bi­ger Menge kon­su­mie­ren kann — warum nicht? Die Tat­sa­che, dass Punk nicht mehr das ist, was es ein­mal war muss ich dir alten Hasen wohl nicht erzäh­len, oder?

  2. Zuge­ge­ben, das nichts mehr ist wie es ein­mal war — manch­mal trau­rig, manch­mal schön. Ein wenig ent­täuscht von mir selbst bin ich, hatte ich den jun­gen Mann am Boden doch anders ein­ge­schätzt, das kann aber auch an zuneh­men­der, alters­be­ding­ter Fehl­sich­tig­keit liegen ;)

  3. Die schnor­ren­den Hun­de­punks kat­te­go­ri­siere ich erst­mal unter assis und nicht unter punks. Die typen habne für gewöhn­lich keine poli­ti­sche mei­nung oder ahnung von punk­rock oder über­haupt ne mei­nung zu irgend­et­was. Man kann nicht ernst­haft gegen eine gesell­schaft oder ein sys­tem sein nur weil man zu blöd ist daran teil­zu­neh­men… Schnorrer-punks mit iphone sind glaube ich ein ganz schö­nes bei­spiel dafür (gegen das iphone kann man nichts sagen… scho­enet spielzeug)

  4. @flexilla: Natür­lich hast du völ­lig recht, aber war die Mei­nung zum Punk inner­halb der Punks nicht schon immer gespal­ten? Auch ich schätze den Punk, nicht als poli­ti­sche Bewe­gung son­dern als Initi­al­zün­dung einer Jugend­be­we­gung. Ich glaube letzt­end­lich unter­schei­den sich die indi­vi­du­el­len Vor­stel­lung vom Punk genauso wie die Per­so­nen selbst, für jeden bedeu­tet Punk doch etwas ande­res. »Man kann nicht ernst­haft gegen eine Gesell­schaft oder ein Sys­tem sein, nur weil man zu blöd ist daran teil­zu­neh­men«. Sehr schön gesagt :)

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?