1 Juni

Archiv der Jugendkulturen: Szene trifft Forschung

Kategorie: Ansichtssache, Schwarze Szene — Jahrgang: 2010Keine Kommentare

Szene trifft ForschungJugend­kul­tu­ren sind der Spie­gel der Gesell­schaft und der zeigt bekannt­lich immer wie­der ein ande­res Bild. Sie sind immer schon Quelle inno­va­ti­ver Denk­an­sätze gewe­sen und zei­gen Welt­an­schau­un­gen, denen man selbst als Erwach­se­ner treu bleibt. Ein ande­rer Weg sich zu klei­den und Musik abseits des Main­stream sind typi­sche Identifikationsmerkmale.

Viele Stu­den­ten inten­si­vie­ren ihre Szene Zuge­hö­rig­keit wäh­rend des Stu­di­ums und machen diese auch — je nach Stu­di­en­rich­tung — zum Thema ihrer Arbei­ten in dem sie wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen schrei­ben, Dis­ser­ta­tio­nen ver­fas­sen oder auch Diplom– oder Magis­ter­ar­bei­ten dar­über ver­fas­sen. Doch was nüt­zen alle diese Gedan­ken wenn die keine Platt­form fin­den auf denen sie ver­brei­tet wer­den? Die meis­ten Arbei­ten wer­den von Pro­fes­so­ren und Gut­ach­tern gele­sen und ver­stau­ben danach in den Kam­mern der Universitäten.

Ges­tern kam eine Mail des Archivs der Jugend­kul­tu­ren, die sich genau mit die­sem Pro­blem beschäf­tigt und die ich ein­fach auf­grei­fen möchte, weil ich die Idee dahin­ter ein­fach gut finde und neu­gie­rig bin, wie andere unter wis­sen­schaft­li­chen Vor­zei­chen über die Szene denken.

Aus­zug aus der Pres­se­mit­tei­lung des Archivs der Jugend­kul­tu­ren:

Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren ver­öf­fent­licht wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten von Stu­die­ren­den, wenn sie Jugend­sze­nen erfor­schen - und zahlt den jun­gen For­sche­rIn­nen sogar 2.000 Euro Honorar.

All­jähr­lich ent­ste­hen Hun­derte von Diplom-, Mas­ter– und ande­ren wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten, die zumeist nur von zwei Gut­ach­tern gele­sen wer­den und dann für immer unbe­ach­tet in den Asser­va­ten­kam­mern der Hoch­schu­len ver­schwin­den. Dabei ent­hal­ten viele die­ser Arbei­ten neues Wis­sen, inter­es­sante Denk­mo­delle, genaue Feld­stu­dien. Das Archiv der Jugend­kul­tu­ren, Fach­bi­blio­thek und For­schungs­in­sti­tut zugleich zu allen Fra­gen rund um Jugend­sze­nen und –kul­tu­ren, hat des­halb damit begon­nen, wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten zum Thema Jugend zu sam­meln und öffent­lich zugäng­lich zu machen. Mehr als 400 sol­cher Arbei­ten ent­hält die Prä­senz­bi­blio­thek des Archivs inzwi­schen - für jeder­mann kos­ten­los und frei zugäng­lich. […]

Bis­lang umfasst die Wis­sen­schaft­li­che Reihe sechs Bände. Das Spek­trum der ver­tre­te­nen Fach­be­rei­che reicht von Päd­ago­gik bis zur Ger­ma­nis­tik mit einem brei­ten Mit­tel­feld im sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Bereich. Für die Zukunft plant Klaus Farin, Lei­ter der archiv­ei­ge­nen Archiv der Jugend­kul­tu­ren Ver­lag KG, die Reihe wei­ter aus­zu­bauen. »Wir wol­len Stu­die­rende anre­gen, sich mit Jugend­kul­tu­ren zu beschäf­ti­gen«, so Farin. »Denn bei der Erfor­schung von Jugend­kul­tu­ren gibt es oft noch große Defi­zite. Die eta­blierte For­schung ver­nach­läs­sigt die­sen Bereich sträflich.«

Die ein­ge­reich­ten Arbei­ten wer­den von fach­kun­di­gen Gut­ach­te­rIn­nen gele­sen und vor der Ver­öf­fent­li­chung pro­fes­sio­nell lek­t­o­riert. Da pro Jahr von 20 - 25 ein­ge­reich­ten Arbei­ten im Schnitt nur zwei bis drei ver­öf­fent­licht wer­den, kann bereits die Auf­nahme in den Ver­lags­ka­ta­log als Aus­zeich­nung ver­stan­den wer­den. Doch für die Auto­rIn­nen lohnt sich die Ver­öf­fent­li­chung auch mate­ri­ell. Klaus Farin: »Wir sind kei­ner die­ser Ver­lage, die von ihren Auto­rIn­nen Druck­kos­ten­zu­schüsse ver­lan­gen. Im Gegen­teil: Auto­rIn­nen, deren Arbei­ten wir in unse­rer Wis­sen­schaft­li­chen Reihe ver­öf­fent­li­chen, erhal­ten bereits für die Erst­auf­lage ein Garan­tie­ho­no­rar von 2.000 Euro!«

Hier gibt es übri­gens den Flyer als PDF zum ausdrucken.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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