30 April

Aus den Büchern

Bucheinband

Ex Libris — Eine Flickr Samm­lung von Richard Sica aus dem Blog von A Jour­ney Round my Skull

Vorläufer der gedruckten Exlibris waren handschriftliche Besitzvermerke, die schon in den frühmittelalterlichen Scriptorien der Klöster üblich waren. Mit der Erfindung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg um das Jahr 1440 gelangten Bücher preiswerter an einen weiteren Leserkreis. Die daraus resultierende Blüte der Bibliotheken ließ den Wunsch aufkommen, den eigenen Buchbesitz zu kennzeichnen. In den Einbänden klebten nun Exlibris; kleine gedruckte grafische Kunstwerke auf Papierbögen als Holzschnitt, Kupferstich, Stahlstich, Lithografie oder in einer der modernen Drucktechniken.http://de.wikipedia.org/wiki/Exlibris


28 April

LARP weltweit - Pennsic War

Wer glaubt, LARP (Live Action Role Play­ing) wäre ein euro­päi­sches Phä­no­men Mit­tel­al­ter­be­geis­ter­ter Zeit­ge­nos­sen, der ist auf dem Holz­weg und des­sen Her­kunft ist ebenso in die­ser Zeit zu suchen. Aber bevor ich wie­der abschweife, kon­zen­triere ich mich wie­der auf das wesentliche.

In den USA ist man immer schon Anhän­ger von der Dar­stel­lung his­to­ri­scher Schlach­ten gewe­sen, gerade die aus der eige­nen Geschichte wie dem Bür­ger­krieg, sind beson­ders beliebt. Viel­leicht der ame­ri­ka­ni­sche Weg die eigene und recht kurze Geschichte zu wür­di­gen. Des­halb habe ich immer geglaubt, das mit­tel­al­ter­li­che Lei­den­schaft sei vor allem in Europa zu Hause und würde in den Staa­ten eher im Unter­grund statt­fin­den und höchs­tens durch die Teil­nahme an Ger­ne­o­ri­en­tier­ten Spie­len zele­briert. Als ich dann das Video sah, das die­sem Arti­kel zu Grunde liegt, musste ich mich eines bes­se­ren beleh­ren las­sen. Ame­ri­ka­ner sind ein­fach Begeis­te­rungs­fä­hi­ger für sol­ches Ansin­nen, eine ihrer größ­ten Stär­ken. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


27 April

Leichtfertiger Umgang mit Symbolen rechter Ideologien

Es ist auf Fes­ti­vals und Groß­ver­an­stal­tun­gen der schwar­zen Szene wie bei­spiels­weise dem bevor­ste­hen­den WGT 2010  in Leip­zig immer wie­der eine Ent­de­ckungs­reise. Zwi­schen geschnitz­ten Figu­ren, Stö­cken und Wand­schmuck für den ambi­tio­nier­ten Gothic-Haushalt fin­den sich ver­mut­lich auch unzäh­li­gen Schmuck­stände mit in Sil­ber gegos­se­nen Pen­ta­gram­men, kel­ti­schen Kreu­zen und Dra­chen eben auch Tris­ke­len, Runen und Schwarze Sonnen.

Ich möchte kei­nen, der meint sich der­ar­ti­gen Schmuck um den Hals hän­gen zu müs­sen in eine poli­ti­sche Schub­la­den drän­gen. Die indi­vi­du­elle Aus­drucks­form der eige­nen Per­sön­lich­keit ist viel­fäl­tig und auch mir beson­ders wich­tig. Ein ver­meint­lich Kon­tro­ver­ses Sym­bol auf Tasche oder Jacke oder als Schmuck an Fin­gern oder am Hals reicht nicht für eine Ein­ord­nung der poli­ti­schen Gesin­nung aus. Doch die Nai­vi­tät und Belie­big­keit, mit der einige Leute immer wie­der sol­che Sym­bole ein­set­zen ist erschre­ckend und lässt mich zuwei­len am Ver­stand besag­ter Sze­ne­gän­ger zweifeln.

Die Schwarze Sonne ist ein popu­lä­res Bei­spiel für den leicht­fer­ti­gen Umgang mit Sym­bo­len. Erin­nern wir uns an die Ver­wen­dung der Sonne auf der »Obsor­ge­karte« für das WGT 2009, die beim Grab­stein­schub­ser anschau­lich doku­men­tiert ist. Was ist an der schwar­zen Sonne ver­kehrt?  »Die Schwarze Sonne ist ein Sym­bol aus zwölf in Ring­form gefass­ten gespie­gel­ten Sieg-Runen. Vor­lage für das Sym­bol ist ein ähnli­ches Boden­or­na­ment in Gestalt eines Son­nen­ra­des, das in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus von der SS im Nord­turm der Wewels­burg ein­ge­las­sen wurde« Zur Zeit des drit­ten Rei­ches wurde die­ses Sym­bol nie für offi­zi­elle Pro­pa­ganda ver­wen­det, was den rela­tiv schwa­chen Bekannt­heits­grad zu erklä­ren ver­mag, aber trotz­dem kei­nen Zwei­fel an des­sen Her­kunft offen lässt. Die Nazis selbst erschu­fen das Sym­bol als Zei­chen für ihren Orden der »art­ge­mä­ßen Reli­gion« treuer SS-Anhänger und diente den Mör­dern als Zen­trum für ihre bizar­ren Hul­di­gun­gen der eige­nen Rasse. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


26 April

Hooligan Dokumentation "About the I.C.F." (1985)

Kategorie: Vernetzt1 Kommentar

Bei mei­ner Recher­che zum Film von und über Cass Pennant, den ich jüngst auf DVD gese­hen habe, ist mir auch eine tolle Doku­men­ta­tion über die ICF, die Inter City Firm aus dem Jahre 1985 auf Youtube über den Weg gelau­fen. Die ICF war eine soge­nannte »Hoo­li­gan Firma«, eine Grup­pie­rung um den Lon­do­ner Fuß­ball­ver­ein West Ham United.  In der Doku­men­ta­tion Hoo­li­gan geht es um das, was die jun­gen Leute dazu bewegt sich mit gleich­ge­sinn­ten auf die Mütze zu hauen.

Um ein Urteil über das, was es bedeu­tet ein Hoo­li­gan zu sein, geht es hier nicht. Viel­leicht um eine alter­na­tive Sicht­weise auf das, was bei den meis­ten auf Unver­ständ­nis stößt. Die Doku­men­ta­tion zeigt wirk­lich gelun­gen, das die Hooligan-Bewegung in Eng­land zum Fuß­ball gehört wie die Ball zum eigent­li­chen Spiel, die Wur­zeln rei­chen ein halbe Ewig­keit zurück und sind schon in den Anfän­gen des 20. Jahr­hun­derts zu suchen. Durch den mas­si­ven Ein­satz der staat­li­chen Video­über­wa­chung (CCTV) und kon­se­quen­ter Straf­ver­fol­gung konnte diese Szene weit­ge­hend aus den Sta­dien ver­drängt wer­den. Die Bemü­hun­gen ver­schärf­ten sich, als es im Mai 1985 zu Unglück im Brüs­se­ler Heysel-Stadion kam, das den Hoo­li­gans der Mann­schaf­ten von Juven­tus Turin und des FC Liver­pool zuge­schrie­ben wurde. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 April

Cass - Ein wahre Geschichte

Durch Zufall habe ich den Film Cass in die Hände bekom­men, von dem ich zunächst nicht wusste, wo ich ihn ein­ord­nen sollte. Ich hatte zwar schon einige Filme und Doku­men­ta­tio­nen über das Phä­no­men Hoo­li­gan gese­hen, lei­der konnte mich bis jetzt keine Über­zeu­gen. Ob es die­ser Film bes­ser macht? Den meis­ten Umset­zun­gen wie bei­spiels­weise Hoo­li­gans mit Eli­jah Wood lei­den unter dem dürf­ti­gen Hin­ter­grund der Drehbuchautoren.

Etwas anders sind die Hin­ter­gründe die­ses Film. Cass ver­folgt die Lebens­ge­schichte des bri­ti­schen Auto­ren Cass Pennant, der über seine Leben als Hoo­li­gan meh­rere Bücher ver­fasst hat. Pennant wächst im Lon­don der 50er Jahre auf, in einer Zeit wo er auch in Eng­land wegen sei­ner Haut­farbe und sei­ner Her­kunft dis­kri­mi­niert wird. Als  Adop­tiv­kind einer klas­si­schen eng­li­schen Fami­lie wächst er zwi­schen zwei Fron­ten auf, im Her­zen ein Eng­län­der wird er doch von ande­ren zum Opfer des Ras­sis­mus degra­diert. Mit der Mit­glied­schaft in der ICF (Inter City Firm), einer Hooligan-Gruppierung um den eng­li­schen Fuß­ball­ver­ein West Ham United, ändert sich sein Leben. Mit Gewalt und Hass ver­schafft er sich den Respekt, der ihm so lange ver­wehrt blieb und wird trotz sei­ner schwar­zen Haut­farbe zu einer der Schlüs­sel­fi­gu­ren die­ser Hooligan-Bande. Als Pennant inhaf­tiert wird, beginnt er damit seine Erleb­nisse auf­zu­schrei­ben. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


24 April

Das Kind in Dir - Urlaub mit den Eltern

Das Kind in DirMitt­ler­weile ist Heu­nis Serie Das Kind in Dir in der fünf­ten Runde ange­langt und schon einige male an mir Vor­bei­ge­zo­gen, ich möchte aber diese Runde wie­der dabei sein, denn es geht um den gemein­same Urlaub mit den Eltern, den ich ganz beson­ders in Erin­ne­rung habe, denn wir sie jedes Jahr zum gleich Ort gefah­ren den Schwarzwald.

Meine Eltern hat­ten nie ein Auto und auch kei­nen Füh­rer­schein, so ver­reis­ten wir stets mit dem Zug. Ich emp­fand die Zug­reise immer als beson­ders span­nend, denn die Zug­stre­cke zum Schwarz­wald führt zu gro­ßen Tei­len direkt am Rhein ent­lang und gehört für mich auch heute noch zu eine der schöns­ten Zug­stre­cken in Deutsch­land. Von Frei­burg aus schlän­gelt sich der Zug geschickt durch die Täler des Schwarz­wal­des um viele span­nende Tun­nel und einige Höhen­me­ter hin­ter sich zu las­sen. Es gab für mich als Kind nichts auf­re­gen­de­res als das Pfei­fen des Zuges bevor er für Sekun­den in der Dun­kel­heit ver­schwin­det oder sich in den Hang ein­ge­bet­tet durch Täler und Schluch­ten schlän­gelt. So fuh­ren wir jedes Jahr in den Urlaub, der uns nicht nur an immer den glei­chen Ort führte son­dern auch in die glei­che Unter­brin­gung, einen klei­nen Bau­ern­hof in Saig nahe dem Örtchen Lenz­kirch. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


23 April

Ohne Worte: Shots #107

Shots Magazine Ausgabe 107

Cover pho­to­graph: ROKSANA MICAL  Play­groundShots Maga­zine

Bil­der sagen mehr als Worte. Zur Eröff­nung die­ser Serie ein paar ein­lei­ten­den Worte: Ich schreibe gerne, ich recher­chiere gerne, ich weiß gerne Bescheid, ich will alles wis­sen. Manch­mal aber steht der Geist still, hält einen Moment inne und möchte nur auf­neh­men was ihn berührt. Es gibt Bil­der, die beein­dru­cken mich, geben mir Inspi­ra­tion sind Muse. Ein inne­rer Zwang ver­langt förm­lich dazu etwas zu schrei­ben, doch jedes Wort wäre zu viel und würde nur die Neu­gier und die Fas­zi­na­tion zer­stö­ren, die eben die­ses Bild aus­löst. Des­halb halte ich jetzt mei­nen Rand und lasse das Bild wir­ken. Die Kom­men­tare ste­hen euch offen das aus­zu­drü­cken, was die Bil­der die­ser Serie bei euch bewegen.


21 April

Punk - Großbritannien oder USA, wer hat's erfunden?

fuck the policeDie Fron­ten schei­nen ver­här­tet, jedes Land bean­sprucht den ursprüng­li­chen Gedan­ken für sich. Wiki­pe­dia defi­niert geschickt um den hei­ßen Brei und ver­all­ge­mei­nert »Punk ist eine Jugend­kul­tur, die Mitte der 1970er Jahre in New York und Lon­don ent­stand.« Erfah­rene Dis­ku­tan­ten hal­ten es für eine Ansichts­sa­che oder schie­ben es feige auf die Art der Betrach­tung. Ein biss­chen Recht haben sie alle irgend­wie, das lässt sich nicht abstrei­ten. Der Knack­punkt liegt wie im immer beim Wort, der dar­aus einen Begriff macht. Treue Leser wer­den sich sicher­lich an meine Arti­kel zu Geschichte des Wor­tes Gothic erin­nern, zudem es ein­deu­tige Par­al­le­len gibt, die nicht nur aus dem Ursprung der Musik wachsen.

Ich zu dem Schluss, das ein sol­cher Über­be­griff zunächst eine wört­li­chen Bedeu­tung hat und dann dazu benutzt wird eine musi­ka­li­sche Rich­tung zu bezeich­nen um schließ­lich die Anhän­ger die­ser Musik als (Jugend-)Bewegung zu definieren.

Aber zurück zur Quelle. Wäh­rend das Wort selbst schon von Shake­speare dazu benutzt wurde eine Pro­sti­tu­ierte zu bezeich­nen, erhält es erst Mitte des 20. Jahr­hun­derts einen Bezug zu Musik. Und hier lie­gen die Wur­zeln ganz klar in den USA, denn The Stoo­ges, die New York Dolls, Patti Smith und die Ramo­nes defi­nie­ren hier eine neue Musik­rich­tung die aggres­siv und direkt das wie­der­gibt, was die Künst­ler den­ken. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


20 April

Spontis Wochenschau #13

Spontis WochenschauFrüh­ling und Asche­wol­ken, sind wohl die Kern­kom­pe­ten­zen der Nach­rich­ten­sen­dun­gen. Es ist fas­zi­nie­rend wie emp­find­lich die Infra­struk­tur eines gan­zen Kon­ti­nent sein kann und sich wie­der ein­mal der Natur unter­wer­fen muss. Ganz im Gegen­satz zur erwar­te­ten Dun­kel­heit durch die Wolke wird Deutsch­land aber von strah­len­dem Son­nen­schein erhellt. Des­halb fal­len die Ver­weise die­ses mal auch deut­lich düs­te­rer aus, es passt mir ein­fach bes­ser zur aktu­el­len Stim­mung. Die Zukunft sieht rosi­ger aus, für mich jeden­falls, WGT in Leip­zig, Urlaub in Eng­land, viel­leicht nach Ita­lien — wäh­rend die Nation fie­bert der bevor­ste­hen­den Fuß­ball Welt­meis­ter­schaft entgegen.

Ges­tern zeich­nete sich dann ein schreck­li­ches Sze­na­rio ab: Neh­men wir an, Deutsch­land wird Grup­pen­zwei­ter (Gruppe D) und Eng­land wird Grup­pen­ers­ter (Gruppe C), dann spie­len beide im Ach­tel­fi­nale am Sams­tag, den 26.6.2010 gegen­ein­an­der. Gerade dann, wenn ich in Eng­land ver­weile. Schöne Pla­nung. Ich bin sicher kein Fußball-Enthusiast, aber ein wenig Natio­nal­pa­trio­tis­mus darf schon sein, aber viel­leicht spare ich mir wäh­rend mei­nes Urlaubs alle Farbe der deut­schen Flagge und sym­pa­thi­siere wei­ter mit schwarz. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


19 April

Kleiderordnung: "How to look Punk" in den 80ern

Punk Rock Magazine - CoverÄhnlich wie der Begriff Gothic ist auch der Begriff Punk so Facet­ten­reich wie ein Bün­del Glas­fa­sern, bei dem aus jedem Ende eine andere Farbe leuch­tet.  Das Maga­zin Punk Rock — The New Wave of Sound & Style beschäf­tigt sich Anfang der 80er mit der Frage, wie man als Punk am bes­ten anzu­zie­hen hätte und brachte dazu ein Fan­zine­ähn­li­ches Maga­zin her­aus, das eben die­ser Frage detail­liert auf den Grund geht. In sei­ner ganz eige­nen Inter­pre­ta­tion, in einer sehr eige­nen Inter­pre­ta­tion. Ver­mut­lich ist das Werk in den spä­ten 70er oder sehr frü­hen 80ern entstanden.

»Punk Rock, the New Wave in Sound and style is an acting-out of today’s youth atti­tude. In Lon­don it is socio-political, rebel­lious and angry… in New York it is street-scene frus­tra­tion… and in Los Ange­les it is »get­ting on«, pogo­ing all night long. But whe­re­ver, it’s making a state­ment, »do your own thing!« Genau so könnte man es aus­drü­cken. Man könnte aber auch behaup­ten, das aus einer Jugend­be­we­gung gegen das Esta­blish­ment, aus einem musi­ka­li­schen Weg seine Gedan­ken zu for­men eine Mode gewor­den ist, die in den USA als inhalts­leere und äußer­li­che Hülle auf­ge­nom­men wird. Wie gesagt, man könnte. Den gan­zen Arti­kel lesen… »