14 Februar

Spontis Wochenschau #06

Eine schöne Zeit für wirk­lich jeden Kar­ne­va­lis­ten, einer Zeit in der man mal unge­zwun­gen fröh­lich sein darf. Unter dem Joch des Kar­ne­val lebt es sich ganz ent­spannt. Eine Zeit, in der andere Men­schen gar nicht mehr auf­fal­len, weil alle mal so sind wie sie viel­leicht sein wol­len. Gruf­ties, Vam­pire, Goths und Cybers gehen im all­ge­mei­nen rhei­ni­schen Getüm­mel unter und las­sen eine ganz fremde und neue Tole­ranz auf­flam­men, die den Nicht-Karnevalisten schon mal aus der Bahn wer­fen kann. Meine Mei­nung? Wir sind immer so, ihr braucht när­ri­sche Tage um das zu leben was ihr euch wünscht. Aber die­ses mal führe ich euch auf’s Glatt­eis und ver­kleide mich als Pirat, par­ti­zi­piere und gehe für 1 Woche mal in der Masse unter, so wie ihr den Rest des Jah­res. Ein lee­res Gefühl irgend­wie. Doch Kar­ne­val ist nicht alles was diese Tage so pas­siert, im Netz kann man keine Papp­nase auf­set­zen, freut sich aber immer über die gefühlte Viel­sei­tig­keit. Lachen und Trau­rig­keit, Absto­ßen­des und Anzie­hen­des, alles liegt im Netzt so dicht zusam­men das es manch­mal schwer fällt das in sei­nen eige­nen Maß­stäbe zu pres­sen. Ich werde euch hel­fen! Und wenn nicht, dann habe ich es wenigs­tens versucht.

  • Daten kann man nicht steh­len
    Ich glaube ich ziehe nach Bay­ern. Da gibt es noch Jus­tiz­mi­nis­te­rin­nen, die end­lich mal Klar­text spre­chen. Beate Merk kom­men­tiert den Ankauf der Steuersünder-CD mit sehr wei­sen Wor­ten: »Da Daten anders als Autos oder Han­dys keine Sachen sind, kann man sie nicht steh­len. Und wo es keine gestoh­lene Ware gibt, da gibt es auch keine Heh­le­rei.« Schön gesagt und Bal­sam auf die geschun­de­nen See­len der Tausch­bör­sen­nut­zer, die gerne mit Die­ben ver­gli­chen wer­den. Sind ja nur Daten und die kann man nicht steh­len.  Manch­mal, so denke ich mir, aber nur manch­mal soll­ten Poli­ti­ker sich ihrer Öffent­lich­keit bewusst wer­den und dar­über nach­den­ken, was sie sagen. Aber ich denke, ohne ihre vor­be­rei­te­ten Reden und Skripte bleibt unter dem Strich nicht viel Kompetenz.

Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 Februar

Party: Themes for Dark Cities

Kategorie: Schwarze Szene9 Kommentare

Flyer von der Gothic Party in MönchengladbachIch weiß gar nicht mehr wie lange ich mich immer wie­der ent­täuscht dar­über auf­rege, das hier in unse­rer Pro­vinz­me­tro­pole in Sachen schwarze Musik sehr wenig statt fin­det.  Und wenn sich dann doch über­ra­schen­der­weise etwas bewegt, sagt mir kei­ner Bescheid. Das Leben ist hart und grau­sam. Als ich heute die fäl­li­gen Getränke für die kom­mende Woche besorgte und gedan­ken­ver­lo­ren an einer Ampel auf Grün war­tete, schweifte mein Blick durch die Umge­bung. Spon­tane Auf­merk­sam­keit erregte ein Pla­kat, das auf einem Schalt­kas­ten geklebt war und auf dem in gro­ßen Buch­sta­ben Gothic zu lesen war. Kaum hatte ich rea­li­siert was das bedeu­ten konnte, hupte es hin­ter mir und ich konnte mir gerade noch »La Bou­gie« ein­prä­gen. Klar das ich vor dem hei­mi­schen Rech­ner erst­mal her­aus­fin­den musste, worum es sich geht.

Das La Bou­gie war mir noch aus Zei­ten bekannt als es sich noch Spö nannte und Hei­mat der in Mön­chen­glad­bach schon legen­dä­ren Brenn­punkt Par­tys war. Mehr­fach wech­selte es den Besit­zer, benannte sich um, schloss und öffnete seine Pfor­ten jähr­lich. Nach einer gro­ßen Reno­vie­rung wech­selte aber das Publi­kum von Alter­na­tiv in Rich­tung bunt und ein jugend­lich bun­tes Publi­kum wurde angesprochen.

Black is Back! Ab heute, den 13.02.2010 soll es wie­der los­ge­hen. Im La Bou­gie am Grenz­land­sta­dion  fin­det jetzt jeden 2. Sams­tag im Monat eine Gothic Party statt. Unter der Über­schrift The­mes for Dark Cities tum­meln sich die ange­kün­dig­ten Musik­rich­tun­gen Goth­rock, EBM, 80er, Indus­trial, Mit­tel­al­ter und Syn­th­pop. Ich bin gespannt und werde gleich heute mal vor­bei­schauen, denn Gele­gen­hei­ten muss man am Schopfe ergrei­fen, wer weiß wie lange die Sache gut geht. Der schwarze Shop Triple C aus Rhe­ydt zeigt sich offen­sicht­lich für die Party ver­ant­wort­lich, ein Laden bei dem ich auch häu­fi­ger mal vor­bei schaue und der mich immer wie­der durch die freund­li­che Besit­ze­rin Gabi Tay­ebi lockt.

Ich bin jeden­falls gespannt was mich erwar­tet und bin froh mir ein Bild über die hei­mi­sche Szene machen zu kön­nen, die ich abge­se­hen von zahl­rei­chen Wochend­gruf­ties für sehr über­schau­bar halte. Ob das Pro­gramm auch musi­ka­lisch meine Erwar­tun­gen erfül­len kann bleibt abzu­war­ten, ebenso das Spö selbst. Das letzte mal das ich dage­we­sen bin, dürfte gute 10 Jahre zurück­lie­gen und ich wäre froh wie­der öfter vor­bei schauen zu kön­nen und eine monat­li­che Alter­na­tive zu mei­ner Gur­ke­rei ins Ruhr­ge­biet zu fin­den. Einen Ver­merk in den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der bei Spon­tis, dem Dun­keltanz ist bereits erledigt.

Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 Februar

Selbstmord ist out - Das Leben ist cool

Titel des 1996 erschienen Stern-ArtikelsDeutsch­land 1996, die Gothic-Szene befin­det sich im inne­ren Wan­del. Von der Ursprün­gen ist nicht mehr viel zu spü­ren immer mehr Stile drän­gen in die nun­mehr schwarze Szene, die Begriff­lich­keit Gothic ist nur noch ein Wort. Der Stern beleuch­tet die deut­schen Jugend­sze­nen, in der 7. Folge sind die Gruf­ties an der Reihe. Der Stern, der sich schon in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der einen Namen mit kon­tro­ver­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen gemacht hat  und einige Minus­punkte in Sache Ent­hül­lungs­jour­na­lis­mus für sich ver­bu­chen kann, wagt sich an die Jugend­sze­nen. In den 80er erst das umstrit­tene Bild vom toten Bar­schel, dann der unglaub­lich große Rein­fall mit den Hitler-Tagebüchern. Das kann ja hei­ter werden.

»Sie mögen Gra­bes­stim­mung und düs­tere Musik, sind eitel und selbst­ver­liebt. Gruf­ties sind Nacht­men­schen. Sado­maso ist schwer ange­sagt. Schwarz ist ihr Out­fit, aber nicht mehr ihre Stim­mung. Der größte Hor­ror für einen Gruf­tie ist es, wie ein Spie­ßer zu leben.« Mir fällt gleich beim Unter­ti­tel auf, das wir in Sachen Gruftie-Journalismus ein neues Sta­dium errei­chen, die pole­mi­sche Ober­flä­chen­re­cher­che. Schon in die­sem einen Satz wird die Aus­rich­tung des Arti­kels klar, die Ver­mi­schung von Fak­ten, Wahr­hei­ten und Ober­fläch­lich­kei­ten die durch die Prot­ago­nis­ten des Arti­kels immer wie­der spit­zen in die Tiefe schlägt. Ich mag tat­säch­lich die sakrale Stim­mung, eine gewisse Eitel­keit lässt sich auch nicht ver­leug­nen und Nacht­mensch bin ich sowieso. Sado­maso war mei­ner Mei­nung nach nie schwer ange­sagt son­dern nur ein wei­te­res Stil­ele­ment und wurde nur von außen in die Szene pro­ji­ziert. Schwarz sind auch meine Kla­mot­ten und meine Stim­mung auch mal bunt. Das kann ja eine lus­tige Polemik-Collage wer­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


10 Februar

Wenn Blogger vom Blogsterben bloggen

Kategorie: Ansichtssache5 Kommentare

Blauer toter VogelOb es am neuen Jahr liegt oder am kal­ten Wet­ter ich weiß es nicht. Depres­si­ons­blog­gen macht die Runde. Wie­der ein­mal in aller Munde ist das Blogster­ben, das mit jedem neuen Jahr auf’s neue zele­briert wird. Bei­spiel? Letzte Woche schrieb Marek Hoff­mann von Basic Thin­king: Nicht die Blogs ster­ben aus, son­dern die Blog­ger, denn viele und vor allem Jugend­li­che wür­den immer mehr in die Sozia­len Netz­werke ver­schwin­den oder zum Micro-Blogging-Dienst Twit­ter wech­seln. »Nur noch 14 Pro­zent der 12–17-Jährigen hätte dem­nach im ver­gan­ge­nen Jahr noch geb­loggt, das ent­spricht einem Rück­gang um fünf­zig Pro­zent im Ver­gleich zu 2006.« Ich finde es zunächst ein­mal fas­zi­nie­rend, das 12-jährige schon blog­gen oder geb­loggt haben, bis jetzt scheint mir das ent­gan­gen zu sein. Aber wer von Jugend­li­chen die­sen Alters eine Form von Kon­stanz erwar­tet ist mei­ner Mei­nung nach sowie zum Schei­tern ver­ur­teilt. Für mich ist das eine Form der Selbst­fin­dung gepaart mit Neu­gier und Enthusiasmus.

Eigent­lich kann man auch gar nicht von einem neuen Trend spre­chen.  Twit­ter ist, wenn man so möchte, eine abge­wan­delte Form des Chat­tens das es bekann­ter­ma­ßen schon gibt, seit das Inter­net sei­nen Sie­ges­zug ange­tre­ten hat. Dar­un­ter zähle ich auch das Deri­vat SMS, das eben­falls nur eine abge­wan­delte und lang­sa­mere Form des chat­tens dar­stellt. Marek Hoff­mann schreibt wei­ter: »Immer­hin zeigt die Stu­die, dass die Zahl der Blog­ger im Alter von über 30 Jah­ren von sie­ben Pro­zent im Jahre 2006 auf 11 Pro­zent im ver­gan­ge­nen Jahr geklet­tert ist. Bis dahin dürfte aber gel­ten: Nicht die Blogs ster­ben aus, son­dern die Blog­ger.« Was bei nähe­rer Betrach­tung dann doch etwas pole­misch wirkt, denn offen­sicht­lich ist das Blog­gen wohl eher einem demo­gra­fi­schen Wan­del unter­wor­fen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


9 Februar

Gruftige Ästhetik mit den Yeah Yeah Yeahs

Kategorie: Dunkle Klänge2 Kommentare

grabstein von dee dee ramoneFried­höfe haben eine magi­sche Anzie­hungs­kraft, nicht nur für mich. In ihrem neu­es­ten Musik­vi­deo zu Sin­gle Ske­le­tons haben die Yeah Yeah Yeahs die Schön­heit des berühm­ten Hol­ly­wood For­ve­ver Fried­ho­fes ein­ge­fan­gen und ihn in eine düs­tere und ästhe­ti­sche Stim­mung getaucht. Bar­ney Clay machte dazu aus den Band­mit­glie­dern Geis­ter, die er als Pro­jek­tio­nen über die Grab­stät­ten des nächt­li­chen und neb­li­gen Fried­hofs in Los Ange­les schickt. Dazu filmte er die Band zunächst im Stu­dio um sie dann auf die Nebel­schwa­den zu pro­je­zie­ren um das ganze wie­der zu fil­men. Groß­ar­tig. Der Fried­hof, auf dem einige Berühmt­hei­ten neben Dee Dee Ramone begra­ben lie­gen, macht eine gute Figur, kommt aber an die alten eng­li­schen Fried­höfe im vik­to­ria­ni­schen Stil nicht heran.

Sän­ge­rin Karen O ist darin in wei­ten wal­len­den Klei­dern zu sehen die an die ame­ri­ka­ni­sche Tän­ze­rin Loïe Ful­ler und ihren berühm­ten Danse Ser­pen­tine erin­nert, mit dem sie vor über 100 Jah­ren über Nacht berühmt gewor­den ist. Der Song ver­sprüht eben­falls die mys­ti­sche Cha­rak­te­ris­tik die man Erwar­tet und sollte unbe­dingt in vol­ler Länge genos­sen wer­den, es lohnt sich. Außer­dem habe ich ein colo­rier­tes Video, des­sen Quelle wohl etwas auf das Jahr 1896 zurück­zu­füh­ren ist, von Loie Ful­lers Danse Ser­pen­tine ange­han­gen, das die Ver­wand­schaft wohl am deut­lichs­ten signa­li­siert und die Hom­mage der Yeah Yeah Yeahs noch authen­ti­scher und fan­tas­ti­scher macht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


8 Februar

Auch die brauchen mal Urlaub: Goth Cruise

Goth Cruise Banner150 Goths, 2500 Nor­ma­los, Son­nen­schein, Meer und eine Kreuz­fahrt. Passt nicht zusam­men? Ich musste mich eines bes­se­ren beleh­ren las­sen. Ein­mal im Jahr buchen rund 150 Goths eine gemein­same Kreuz­fahrt in die Kari­bik und pola­ri­sie­ren gleich meh­rere Dinge zur glei­chen Zeit. Der Goth Cruise fand erst­mals 2004 statt als Reak­tion auf eine durch­zechte Nacht und der Idee mit gleich­ge­sinn­ten Freun­den in Urlaub zu fah­ren. Der Event wurde musi­ka­lisch ange­rei­chert und ent­wi­ckelte sich nicht zum größ­ten, aber zu einem der außer­ge­wöhn­lichs­ten Events der inter­na­tio­na­len Gothic Szene, auch wenn die Teil­nahme bereits an pure Deka­denz grenzt, denn die etwa 600€ für die 5-tägige Kreuz­fahrt spricht keine breite Kli­en­tel an. In den USA kon­kur­rie­ren zwei unter­schied­li­che Rei­sen, bei denen es wegen der Namens­gleich­heit zu Ver­wechs­lun­gen kommt. Der Goth Cruise, um den es hier geht und den älte­ren und grö­ße­ren Gothic Cruise, zu dem wir ein ande­res mal kom­men. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 Februar

Spontis Wochenschau #05

Ja ihr seid noch rich­tig. Jetzt bekommt ihr von dem, der das Wort Regel­mä­ßig­keit in sei­nen völ­lig eige­nen Maß­stä­ben defi­niert, wie­der eine Wochen­schau und dies­mal direkt vor den Bug. Eigent­lich wollte ich Ricar­das Gedan­ken zu Blogs und Kom­men­ta­ren noch hier ein­brin­gen, möchte das aber in einem eige­nen Thema noch­mals auf­grei­fen.  Ganz pas­send zum Thema ist aller­dings das ver­mu­tete aus­ster­ben von Blogs oder auch Blog­gern, das ich aus aktu­el­lem Anlass noch mal auf­greife. Ein paar wei­tere Gedan­ken beschäf­ti­gen mich die­ses Jahr auch noch, so finde ich die Frage inter­es­sant ob Blog­ger, gerne auch The­men­ver­wandte, oder auch Blog­ger und Kom­men­ta­to­ren auch bei einer rea­len Zusam­men­kunft so elo­quent mit­ein­an­der umge­hen kön­nen. Ich bin mir sicher das auf den zahl­rei­chen Fes­ti­vals wie­der einige »Kol­le­gen« anwe­send sein wer­den, mal sehen ob sich da was arran­gie­ren lässt. Aber das ist mal wie­der eine son­ders­glei­che Abschwei­fung. Noch ein klei­ner Hin­weis in frem­der Sache, free­q­net hat sich umge­zo­gen. Seine neuen äußert lieb­rei­zen­den Kla­mot­ten sind eine genauere Betrach­tung wert, denn sie sind wie immer anders und inno­va­tiv und dies­mal mini­ma­lis­tisch und Ide­en­reich. Anstoß wie­der selbst ein­mal etwas zu dekorieren.

Den gan­zen Arti­kel lesen… »


6 Februar

Der letzte Funken Independent?

Bild einer U-Bahn StationAls Inde­pen­dent noch Inde­pen­dent war, ging es um sel­ber­ma­chen und die Unab­hän­gig­keit allen künst­le­ri­schen Ambi­tio­nen freien Lauf zu las­sen. Kom­merz war der Feind.  Die soge­nann­ten Indie-Labels sam­mel­ten unbe­kannte Künst­ler unter einem gemein­sa­men Label und schu­fen so die Musik­kul­tur die sich der Wahr­neh­mung der Major-Labels ent­zog. Zu rebel­lisch, zu gewagt oder auch zu kon­tro­vers waren die Texte, die Musik nicht mas­sen­taug­lich und damit nicht ren­ta­bel genug. Doch die Zahl der Käu­fer stieg kon­ti­nu­ier­lich und lockte letzt­end­lich dann doch die Indus­trie. Mit neuen klei­nen Labels gau­kelte man Käu­fern und Künst­lern Unab­hän­gig­keit vor und schuf so einen neuen und erfolg­rei­chen Markt. Indie war nicht län­ger vom Under­ground domi­niert son­dern längst in geschick­ten und pro­fit­gie­ri­gen Händen.

Was der Käu­fer heute unter dem Deck­män­tel­chen Indie ange­bo­ten bekommt, sind von Kne­bel­ver­trä­gen gebeu­telte  Musi­ker die aus Angst ihre Lebens­grund­lage zu ver­lie­ren in ein Abhän­gig­keits­schema gera­ten sind. Bei der Pro­duk­tion neuer Musik ach­tet man auf maxi­male Kom­pa­ti­bi­li­tät mit Käu­fern, greift gezielt Trends auf und schwört einen umfang­rei­chen Rat­ten­schwanz auf die neue Tak­tik ein. Selbst DJs bekom­men mitt­ler­weile Auf­lage einen Titel x-mal zu spie­len, weil sie sonst um ihre kos­ten­lo­sen Frei­ex­em­plare gebracht wer­den. Ein Déjà-vu? Mag sein, viel­leicht gibt es doch noch Hoff­nung, denn die stirbt bekannt­lich zuletzt: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 Februar

Tod Brownings Freaks (1932)

Filmplakat Freaks 1932Hans ist Dar­stel­ler in einer Show bei einem Zir­kus und eigent­lich glück­lich mit Frieda ver­lobt. Als die neue Tra­pez­künst­le­rin Cleo­pa­tra im Zir­kus beginnt, ver­liebt sich Hans unsterb­lich. Er macht ihr trotz Frie­das War­nun­gen Geschenke, Kom­pli­men­ten und Höf­lich­kei­ten die Cleo­pa­tra zwar heu­chelnd annimmt, sich aber hin­ter Hans” Rücken über ihn lus­tig macht, denn Hans ist klein­wüch­sig. Für Sie ist das alles nur ein Spiel, bis sie von einer bevor­ste­hen­den Erb­schaft erfährt, durch die Hans ver­mö­gend wird. Zusam­men mit ihrem Mann Her­cu­les schmie­det sie einen heim­tü­cki­schen Plan. Cleo­pa­tra und Hans hei­ra­ten und schon auf der Hoch­zeit macht sich Cleo­pa­tra über die Freaks des Zir­kus lus­tig, als Her­cu­les ver­sucht Hans zu ver­gif­ten um so dem Erbe hab­haft zu wer­den öffnet ihm das die Augen. Er und die ande­ren Freaks schwö­ren Rache.

Eigent­lich sollte das ein Film wer­den um das Ver­ständ­nis für Anders­ar­tig­keit und Behin­de­run­gen zu för­dern, doch 1932 erreicht der Film genau das Gegen­teil. Regis­seur Tod Brow­ning, der selbst meh­rere Jahre mit sol­chen Freaks im Zir­kus lebte, war sei­ner Zeit vor­aus. Der Film wurde in ver­schie­de­nen US-Bundestaaten ver­bo­ten, in Groß­bri­tan­nien stand er über 30 Jahre lang auf dem Index. Brow­nings Kar­riere, die 1931 mit der Ver­fil­mung von Bram Sto­kers Dra­cula (mit dem legen­dä­ren Bela Lugosi in der Haupt­rolle) ihren Höhe­punkt erreicht hatte, endete abrupt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


4 Februar

Vom Klischee und seiner Geburt

Kategorie: Schwarze Szene8 Kommentare

Menschen vor dem AdmiralpalastWie ent­steht eigent­lich so ein Kli­schee? Und vor allem, warum drän­gen sich immer mehr Jugend­kul­tu­relle Szene in das mediale Licht der Öffent­lich­keit? Ein Kli­schee ist eine über­trie­bene Vor­stel­lung der Rea­li­tät, die häu­fig durch ein über­be­an­spruch­tes Bild oder Stil­mit­tel aus­ge­löst wird. Seit­dem der visu­elle Markt mit immer neuen Marot­ten eini­ger Men­schen gefüt­tert wer­den will um die Zuschauer zu beein­dru­cken, rücken Jugend­kul­tu­relle Sze­nen wie­der in der Vor­der­grund und wer­den ans Licht der Öffent­lich­keit gezerrt, obwohl sie das in der Regel ablehnen.

Neu­lich stol­perte ich über fol­gende Anzeige: »Sexy Mädels für HOT5 (Pro­Sie­ben) gesucht! Jetzt bewer­ben! […] Für die bekannte Kult-Rubrik »Hot5« bei Pro­Sie­ben taff wer­den wie­der Teil­neh­me­rin­nen im Alter von 18–29 Jah­ren aus ganz Deutsch­land gesucht! […] Die kom­men­den Aus­ga­ben von HOT5 ste­hen jeweils unter einem Motto

Hot 5 ist eine Rubrik die  im Rah­men der Sen­dung taff gezeigt wird, bei der es um die weib­li­che Selbst­ein­schät­zung und deren Wir­kung auf Män­ner geht. Sie sol­len ihre Wir­kung auf Män­ner ein­schät­zen, die sie dann in einem zwei­ten Schritt »ran­ken«.  Ein Blick in die jüngste Staf­fel vom Dezem­ber 2009 wirkt auf mich wie ein Fleisch­be­schau, bei dem sich die vor­wie­gend sehr jun­gen Mäd­chen von etwa gleich­alt­ri­gen Män­nern bewer­ten las­sen. Die meis­ten davon sind  nach eige­nen Anga­ben in der Model-Branche tätig und ver­su­chen viel­leicht ihren Bekannt­heits­grad zur erhö­hen oder ihren Geld­beu­tel zu berei­chern, viel­leicht auch aus Spaß an der Freude doch ohne sich ein genaues Bild davon zu machen wel­che Wir­kung sie dabei auf den Zuschauer haben. Letzt­end­lich bestimmt ja Regie und Pro­duk­tion wie etwas dar­ge­stellt wird. Den gan­zen Arti­kel lesen… »