28 Februar

Spontis Wochenschau #08

Und die Jahre zie­hen ins Land und wir sur­fen immer noch ohne Ver­stand. So, oder so ähnlich sang es eine Düs­sel­dor­fer Punk-Band ein­mal und da ich kei­nen Alko­hol zu mir nehme, bleibt mir nur das sur­fen übrig. Und manch­mal lasse ich mich ein­fach trei­ben von Video-Plattformen, Blogs, Nach­rich­ten­por­ta­len und Link­lis­ten, schwimme in der Welt der Reize, lasse mich berie­seln und genieße es mal nicht an den All­tag den­ken zu müs­sen, oder an den Kel­ler — den ich immer noch auf­räu­men muss. Ich schaue den Men­schen zu die etwas beson­ders gut kön­nen oder auch etwas gar nicht kön­nen, bin sen­sa­ti­ons­geil, neu­gie­rig und scha­den­froh. Ich mache mich scham­los über andere lus­tig und kli­cke alles an, was nicht bei 3 auf einem Baum zu fin­den ist. Alles Eigen­schaf­ten, die zu Tage tre­ten, wenn man den Ver­stand ein­mal weg­lässt und sei­nen nie­de­ren Instink­ten freien Lauf lässt. Man­che brau­chen zum deak­ti­vie­ren des Ver­stands den Alko­hol, ich brau­che dazu das Inter­net und darf danach sogar noch mit dem Auto fah­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


27 Februar

Tour of the Universe: Depeche Mode in Düsseldorf

Depeche Mode LogoWas lange währt wird end­lich gut. Nach­dem ich vor über einem Jahr und vol­ler Vor­freude die Kar­ten für die Tour of the Uni­verse mei­ner 3 Lieb­lings­bri­ten erstan­den habe, folgte ja eine wahre Odys­see. Dave wurde von einer plötz­li­chen Krank­heit über­rascht, musste kurz­fris­tig einige Kon­zerte absa­gen und brachte damit den ganze Tour­plan durch­ein­an­der, so ein Schuft. Das ursprüng­lich für den 4.6.2009 geplante Kon­zert fand nach lan­gem hin– und her nun am 26.02.2010 in der inzwi­schen umbe­nann­ten Esprit-Arena in Düs­sel­dorf statt.

Soweit so gut, ges­tern ist es dann soweit gewe­sen. Nach einer wirk­lich rei­bungs­lo­sen Anfahrt mit den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln, die man mit der Kon­zert­karte ja kos­ten­los benut­zen konnte, fan­den wir uns im Sta­dion ein und enter­ten zunächst den Merchandise-Shop, um die obli­ga­to­ri­schen Tour-Shirts zu erwer­ben. Wir beeil­ten uns in den Innen­raum­be­reich zu kom­men um uns gute Plätze zu sichern und der Dinge zu har­ren die da kom­men. Zeit kann so grau­sam sein, nach einer schier end­lo­ses War­te­zeit in der beheiz­ten und mit geschlos­se­nem Dach zur Halle mutier­ten Arena zeigte sich end­lich die Vor­gruppe Nit­zer Ebb auf der Bühne.

Ich war skep­tisch, ob DM-Fans wirk­lich die rich­tige Ziel­gruppe für den eher EBM ori­en­tier­ten Sound Bri­ten waren, ver­suchte aber die Dinge auf mich wir­ken zu las­sen, denn vom neuen Album Indus­trial Com­plex hatte ich noch nicht wirk­lich was gehört. Trotz spär­li­chem Ein­satz von Licht und einem eher beschei­de­nen Klang ver­suchte die Band ihr bes­tes, konnte das Publi­kum aber zu kei­nem Zeit­punkt für sich begeis­tern. Der stark elek­tro­nisch geprägte und harte Sound har­mo­niert nicht wirk­lich mit dem Sound von DM, obwohl beide Bands viele Ein­flüsse der 80er mit­ge­nom­men haben, ent­wi­ckel­ten sie sich in zwei völ­lig unter­schied­li­che Rich­tun­gen. Wie Nit­zer Ebb ins Vor­pro­gramm rutschte lässt sich nur spe­ku­lie­ren, viel­leicht liegt es auch an Ex-Depeche Mode Mit­glied Alan Wil­der, der sich für einen Remix von I am Undone ver­ant­wort­lich zeigt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


26 Februar

Cosplayprinzessin Kirsten Dunst

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Kirsten Dunst in dem Video Turning JapaneseIch war über­rascht, als davon erfuhr, bis jetzt hatte ich Kirs­ten Dunst als Spiderman’s große Liebe in Erin­ne­rung oder auch als hüp­fen­der Cheer­lea­der bei Girls United. In einem Video von McG/Taka­shi Mura­kami ist sie Teil einer Pop Life-Ausstellung der Tate Modern in Lon­don und im Moment in der Ham­bur­ger Kunst­halle als blau­haa­rige Cosplay­prin­zes­sin die durch Tokyos Ver­gnü­gungs­vier­tel Aki­ha­bara tanzt, zu sehen.

Es han­delt sich dabei um den Song Turning Japa­nese von The Vapors aus dem Früh­jahr 1980 dem man sich jetzt künst­le­risch ange­nom­men hat und es in einen künst­le­ri­schen Kon­text stellt, inso­fern man die Manga und Cosplay Kul­tur der Japa­ner als sol­che ver­steht. Schon Anfang der 80er beschäf­tigte man sich in dem Song mit der Kul­tur der Japa­ner, die wir wohl immer als anders und fremd emp­fin­den wer­den, obwohl sie uns seit den Zei­chen­trick­fil­men, in denen übergroße Augen eine ent­schei­dende Rolle spiel­ten, schon eine ganze Weile beliefern.

Das Video zeigt, das Japan mehr zu bie­ten hat als Samu­rai, Gei­sha oder auch getra­gene Unter­wä­sche in Auto­ma­ten. Die Japa­ni­sche Kul­tur ist eine der ältes­ten die­ser Welt und oben­drein auch noch eine der viel­fäl­tigs­ten und bun­tes­ten. Sicher­lich ist es Geschmacks­sa­che sich damit aus­ein­an­der zuset­zen, ich für mei­nen Teil habe Japan schon län­gere Zeit auf mei­nem per­sön­li­chen Rei­se­plan ste­hen und irgend­wann werde ich die­sen wohl auch umset­zen und das obwohl ich Sushi hasse. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 Februar

Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic Rock

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Schattenwelt - Dave ThompsonSel­ten wird mir ein Buch so voll­mun­dig ange­kün­digt wie das Werk Schat­ten­welt von Dave Thomp­son. Der eng­li­sche Autor und Musik­jour­na­list gehört zu einem der flei­ßigs­ten Schrei­ber der alter­na­ti­ven Musik­szene und brachte schon in frü­hen 80ern Fan­zines und Bücher her­aus, mit die­sem Buch möchte er die Ent­ste­hung des Gothic Rock anhand sei­ner Hel­den und Legen­den nach­zeich­nen. Ich habe mich 424 Sei­ten durch die sehr gute Über­set­zung von Kirs­ten Bor­chardt gewühlt und mir ein eige­nes Bild von dem Buch gemacht, über das der Zillo schrieb: »Einen defi­ni­ti­ve­ren Über­blick über die Geburt der schwar­zen Szene wird es wohl nicht mehr geben.«

Das Buch zeich­net den Ver­lauf der schwar­zen Szene sehr genau nach und beginnt etwa 1976 mit den ers­ten Live-Auftritten von Sioux­sie & The Bans­hees und eröff­net die musi­ka­li­sche Chro­nik mit Iggy Pop und sei­nem legen­dä­rem Album The Idiot, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Sehr detail­liert beschreibt Thomp­son das Erschei­nen sämt­li­cher Prot­ago­nis­ten auf der Bühne des Gothic Rock und kon­zen­triert sich dabei auf die Haupt­dar­stel­ler und ihre musi­ka­li­schen Pro­jekte. Als sich The Cure, Bau­haus und Joy Divi­sion vom fast schon eta­blier­ten Punk lösen sucht man förm­lich nach einem neuen Ober­be­griff, der den Bands der ers­ten Stun­den anhef­ten wird wie eine Täto­wie­rung. Mit The Mis­sion, The Dam­ned und The Sis­ters of Mercy macht er die Bewe­gung dann ein­deu­tig zu einem eng­li­schen Phä­no­men, woran ver­ein­zelte Aus­flüge mit The Birth­day Party, Chris­tian Death oder den Fields of the Nephilim nichts ändern kön­nen. Der Wech­sel zwi­schen den vie­len par­al­le­len Ent­wick­lun­gen ist mit­un­ter etwas umständ­lich und kon­fus gera­ten, so das man als Leser immer wie­der reflek­tie­ren muss, in wel­chem Teil der Zeit man sich befin­det. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


24 Februar

Schwarzer Festivalsommer 2010

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Schwarzer Festivalsommer 2010Als heute die ers­ten wirk­lich war­men Son­nen­strah­len mein Gesicht tra­fen, schien mir die Frage, wel­ches Fes­ti­val ich die­ses Jahr besu­chen sollte näher als je zuvor. Doch die Aus­wahl gestal­tet sich schwie­rig. Nicht nur in ihrer Art und Weise unter­schei­den sich die Fes­ti­vals, son­dern auch in ihrer musi­ka­li­schen Aus­wahl. Wäh­rend sich das WGT unge­wohnt breit gefä­chert zeigt, sind die Haupt-Headliner der schwar­zen Szene wohl ASP, The Sis­ters of Mercy, Front 242, In Extremo, Pla­cebo und allen voran Unhei­lig, die offen­bar kei­nen Ter­min ver­säu­men möch­ten, ihr neues Album unter die Leute zu brin­gen. Der erstaun­lichste Head­li­ner sind wohl ein­deu­tig die Sis­ters of Mercy, die es trotz  Jah­ren ohne neues Mate­rial immer noch schaf­fen, zu bes­ten Zeit auf der Bühne zu ste­hen. Auch viele auf­ge­löste Bands geben sich zu die­sen Zei­ten eine neue Chance und über­ra­schen das Lin­eup mit fas­zi­nie­ren­den Ein­trä­gen, Gene Loves Jeze­bel, Bet­tina Kös­ter oder auch Alien Sex Fiend.

Die Aus­wahl der vor­ge­stell­ten Fes­ti­vals ist eher sub­jek­tiv und bewusst breit gefä­chert. Gen­re­o­ri­en­tierte Fes­ti­vals, wie bei­spiels­weise das mit­tel­al­ter­li­che Schlosshof-Festival oder das Burg­volk blei­ben zunächst außen vor, ebenso das rein elek­tro­nisch ori­en­tierte E-tropolis. Für eine Über­sicht aller in Deutsch­land ver­an­stal­te­ten Fes­ti­vals emp­fehle ich den Fes­ti­valhop­per. Ich habe mich bemüht, alle Künst­ler auf MyS­pace zu ver­lin­ken, damit ihr ent­spre­chende Hör­pro­ben fin­den könnt, die euch bei Unbe­kannt­heit der Band sicher­lich wei­ter­hel­fen wer­den. Feh­lende oder feh­ler­hafte Links wer­den von Zeit zu Zeit ergänzt bzw. ver­bes­sert. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


22 Februar

Somebody: Alan Wilder und Depeche Mode

Bild von Alan WilderWas den Ken­ner an der Über­schrift ver­wir­ren dürfte: Ist Alan Wil­der nicht vor 15 Jah­ren bei Depe­che Mode aus­ge­stie­gen? Eins nach dem ande­ren. Am 18. Februar über­raschte Depe­che Mode mit einem Auf­tritt für die Kinder-Krebshilfe in der Royal Albert Hall, ihre erste Teil­nahme an einem sol­chen Benefiz-Aktion. Als es dann soweit war und die Set­list bei Mar­tin Gore’s Solo-Stück Some­body ange­langt war dürfte so ziem­lich kei­ner der Fans sei­nen Augen getraut haben. Alan Wil­der spa­zierte auf die Bühne und beglei­tete Mar­tin am Kla­vier. Eine Reunion?

Auf sei­ner Home­page schreibt er dazu: »Dave hatte mich vor eini­gen Wochen kon­tak­tiert und fragte mich ob ich Lust hätte mit ihnen auf­zu­tre­ten. Er ver­si­cherte mir, dass alle in der Band sich die­ser Idee anschlie­ßen wür­den. Ich war sehr erfreut zuzu­sa­gen, beson­ders des­halb weil es für einen guten Zweck war und eine sol­che Art von Wie­der­ver­ei­ni­gung schon über­fäl­lig war. Es war toll alle wie­der­zu­se­hen und wie­der ein biß­chen Anschluss zu fin­den. Es war auch das erste Mal, dass ich „Depe­che Mode” auf der Bühne sah!«

Im Juni 1995 gab Wil­der an sei­nem Geburts­tag bekannt, aus der Band aus­zu­stei­gen, man hätte seine Arbeit nie gewür­digt. Beson­ders mit And­rew Flech­ter kam es immer wie­der zu Rei­be­reien. Wil­der, der 1981 als Ersatz für den aus­ge­schie­de­nen Key­boar­der Vince Clarke in die Band kam, hat der Band immer wie­der ent­schei­dende musi­ka­li­sche Impulse gege­ben, ohne die einige der groß­ar­tigs­ten Alben gar nicht mög­lich gewe­sen wären. Den­noch hat es DM immer wie­der geschafft sich wei­ter zu ent­wi­ckeln, obwohl man nach dem Aus­stieg wich­ti­ger Mit­glie­der immer wie­der pro­phe­zeite, das sich die Band nun auf­lö­sen würde.

Wie die Zukunft aus­sieht und ob dar­aus über­haupt noch etwas wer­den kann, halte ich für zwei­fel­haft. Immer hat man sich offen­bar wie­der ver­tra­gen (siehe Video) und geht erwach­sen damit um. Ich denke aber nicht das es zu einer Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men wird, viel­leicht ein paar gemein­same Aktio­nen und eine Sin­gle, aber rein musi­ka­lisch hat man sich viel­leicht zu weit von ein­an­der ent­fernt. Man soll auf­hö­ren wenn’s am schöns­ten ist, ob der Spruch auch in umge­kehr­ter Rich­tung gilt? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


21 Februar

Spontis Wochenschau #07

Warum bekomme ich eigent­lich immer zu Jah­res­be­ginn eine Erkäl­tung? Ist das schon psy­cho­so­ma­tisch? Wenigs­tens ist es dies­mal bei »Schnub­ben« geblie­ben. So nennt man Schnup­fen, wenn man nicht mehr durch die Nase atmen kann, ein­fach mal aus­pro­bie­ren. Hof­fent­lich bin ich am Frei­tag wie­der Fit, denn da gibt es end­lich das Depeche-Mode Kon­zert in der Düs­sel­dor­fer LTU-Arena, auf das ich solange gewar­tet habe, das man das Sta­dion mitt­ler­weile in Esprit-Arena umbe­nannt hat. Never let me down again! Irgend­wie bit­ter, das es dann doch nicht der Sams­tag gewor­den ist, denn wer auf­ge­passt hat, dem wird nicht ent­gan­gen sein, das es das letzte Kon­zert der »Tour of the Uni­verse« sein wird. Würde man alle Auf­tritte der Tour anein­an­der­rei­hen so han­delt es sich dabei um das 101. Kon­zert vor rund 50.000 Fans, wenn sich das mal nicht groß­ar­tig anfühlt. Im Rose Bowl Sta­dium sind es zwar rund 60.000  gewe­sen, aber wir wol­len mal nicht klein­lich sein.

  • Fäuste für Jesus
    Im Namen des Herrn auf die Fresse. So lau­tet viel­leicht der Kon­sens aus der Mel­dung bei Nerd­core. Die Kir­che hat mas­sive Nach­wuchs­pro­bleme und das nicht nur in den USA, die nicht kon­fes­si­ons­ge­bun­de­nen Kir­chen gehen einen neuen Weg und nutzt die sehr belieb­ten Kämpfe im Stile des »Ultimate-Fightings« für sich. Ist der Kampf die tat­säch­li­che Aus­le­gung der Bibel­texte? »… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brand­mal für Brand­mal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.« Viel­leicht wäre das auch ein Erfolgs­mo­dell für die Reha­bi­li­ta­tion der Jesui­ten­grab­scher, es wer­den immer Trai­nings­part­ner gesucht, die auch die andere Wange hinhalten.

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20 Februar

Freaks - Zwischen Ästhetik und Schönheitschirurgie

Kategorie: Ansichtssache7 Kommentare

Bild von Angel, fotografiert von Mr. ToledanoErst vor ein paar Tagen habe ich über Tod Brow­nings Freaks von 1932 geb­loggt, einen Film über das Phä­no­men des Wan­der­zir­kus behin­der­ter und ent­stell­ter Men­schen. Alles was wider der Natur ist, ent­spricht nicht den gesell­schaft­li­chen Vor­stel­lun­gen von Ästhe­tik, ein mensch­li­cher Kör­per hat so aus­zu­se­hen, wie es uns Maga­zine und Medien dar­stel­len. Alles was davon abweicht ent­spricht nicht der Norm und wird als unäs­the­tisch emp­fun­den. Dabei formt der Zeit­geist im andere Bil­der der Norm. War im Mit­tel­al­ter Blässe ein Zei­chen von Adel, stand Rubens auf kräf­tige Mäd­che — mit Twiggy läu­tete unsere Gesell­schaft den Hang zu mage­ren Kör­pern ein. Paw­low würde von einer klas­si­schen Kon­di­tio­nie­rung spre­chen, also einem aner­zo­ge­nen Ver­hal­tens­mus­ter. Wäh­rend man jedoch frü­her dazu ver­dammt war mit sei­nen kör­per­li­chen Unzu­läng­lich­kei­ten zu leben, bie­ten sich heute völ­lig neue Mög­lich­kei­ten. Die Schön­heits­chir­ur­gie ves­pricht, unäs­the­ti­sches ins Gegen­teil zu keh­ren, aus­ge­hend vom Wunsch derer die sich unter das Mes­ser legen wollen.

Die Gren­zen schie­nen zunächst flie­ßend. Kör­per­lich benach­tei­ligte nut­zen die Mög­lich­keit um »Feh­ler« ihres Kör­pers oder der Natur zu repa­rie­ren oder Beschwer­den der Gesund­heit zu lin­dern. Andere setz­ten ihre eigene Vor­stel­lung von Schön­heit um sich dem ent­spre­chend zu modi­fi­zie­ren um ihrem eige­nen Bild von Ästhe­tik nahe zu kom­men. Rie­sige Brüste, Lip­pen wie Cur­ry­würste und Gesich­ter wie Spann­bett­la­ken wurde zum Schönheitsideal.

Doch wie bei allen Gren­zen gibt es auch Extreme. Men­schen wie die Freaks von Tod Brow­ning und sol­che die aus­se­hen wie ein Por­zel­lan­fi­gu­ren. MR. Tole­dano por­trä­tiert Men­schen, die sich ein­mal zu oft unter das Mes­ser eines Schön­heits­chir­ur­gen gelegt haben, jeden­falls nach mei­nem Sinn für Schön­heit.  Er schreibt: »Is beauty infor­med by con­tem­porary cul­ture? By history? Or is it defined by the surgeon’s hand? Can we iden­tify phy­si­cal trends that vary from decade to decade, or is beauty tim­e­l­ess?« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


17 Februar

Fehlfarben - Glücksmaschinen

Neues Album der Fehlfarben - GlückmaschinenFrei nach ihrem eige­nen Motto »Es geht Voran!« ver­öf­fent­li­chen die Pro­to­ty­pen des deut­schen Punk Fehl­far­ben ihr neues Album Glücks­ma­schi­nen. Auf 34 Minu­ten geben sich die älte­ren Her­ren die Ehre. Ein Pun­kal­bum in Pun­klänge, auf das wesent­li­che redu­ziert. »Diese siebzig-Minuten-CDs gehen mir sowieso auf den Sack. Man muss nicht immer alles aus­rei­zen, was ein Medium her­gibt.«, so Peter Hein in einem Inter­view bei Spiegel-Online. Und tat­säch­lich, noch bevor ich das Album in den Hän­den hal­ten kann, ver­spricht das Pre­view und die digi­tale Ver­sion genau das, was in den letz­ten paar Jah­ren ver­lo­ren gegan­gen zu sein scheint. Die Sym­pa­thie, die ich für die Fehl­far­ben emp­finde, begrün­det sich eben auf die­ser Art die Rea­li­tät zu emp­fan­gen und zwar so wie sie ist. Auch musi­ka­lisch sind sie im Jetzt ange­kom­men, denn sie zei­gen sich deut­lich elektronisch-moderner, ohne jedoch dem Punk­rock abzuschwören.

Hein, des­sen Leben erschre­ckend rea­lis­tisch und »unpun­kig« abge­lau­fen ist, lebt jetzt in Wien nach­dem er seine Stelle bei Rank Xerox dem Stel­len­ab­bau opfern musste. »Hartz IV wollte ich nicht, also bin ich aus Deutsch­land weg­ge­gan­gen, nach Wien. Ich habe nicht gesagt: Ich geh jetzt nicht mehr arbei­ten, weil ich doch noch Pop­star werde, auf die alten Tage.« Nach der Ent­schei­dung 2002 wie­der Musik zu machen und einige glück­lo­sen Alben hat man sich jetzt dem Pro­du­zen­ten Moses Schnei­der (Toco­tro­nic, Beatsteaks) anver­traut und das neue Album ein­ge­spielt, eine Sin­gle aus­ge­kop­pelt, ein Video gedreht und eine Tour geplant. Das Kon­zept scheint gelun­gen, mir jeden­falls gefällt das, was ich vom neuen Album schon hören konnte sehr gut. Es scheint über­ra­schend wie viel Ener­gie frei wird, ange­sichts der älte­ren Her­ren in Style der 70er Jahre Tape­ten. Doch alles andere wäre eine Lüge gewe­sen, die Lüge die eige­nen Wur­zeln aus­zu­blen­den und die Lüge das Jetzt nicht als musi­ka­li­schen Ent­wick­lung zu akzep­tie­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


15 Februar

Rosenmontag in Schottland - Up Helly Aa

Kategorie: Schwarze Szene5 Kommentare

Wikinger vor dem brennenden LangbootSchon bei Aste­rix und Obe­lix war klar, Men­schen mit unge­wöhn­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen spin­nen. »Die spin­nen, die Schot­ten!« wäre Obe­lix wohl über die Lip­pen gerutscht, hätte er erfah­ren, dass die Schot­ten der Insel Shet­land erst ein Wikinger-Schiff bauen um es dann zu ver­bren­nen. Seit etwa 1870 fei­ern die Ein­woh­ner der Insel im Nor­den von Groß­bri­tan­nien das Up Helly Aa, das Feu­er­fest. Immer am letz­ten Diens­tag im Januar ver­klei­det man sich, taucht eine ganze Stadt in feu­ri­gen Schein, trinkt und fei­ert um als Höhe­punkt das zuvor auf­wen­dig gebaute Schiff den Flam­men zu opfern. So ähnlich wie der Rosen­mon­tag im Rhein­land, nur mit Feuer.

Sobald es dun­kel wird, wer­den in der Haupt­stadt Ler­wick die Later­nen abge­schal­tet, eine Signal­ra­kete ist das Zei­chen in der gan­zen Stadt die Fackeln zu ent­zün­den und das Schiff wird durch die Stra­ßen gezo­gen um es sei­ner fina­len Rolle zuteil wer­den zu las­sen. Auf dem Schiff sitzt der Gui­zer Jarl, der für den gan­zen Tag die zen­trale Rolle des Wikin­ger­häupt­lings ein­nimmt. Gemein­sam mit sei­nem 60-Mann star­ken Gefolge trägt er Sorge für den Schiffs­trans­port und das anschlie­ßende Feuer. Die Ein­woh­ner, sowie zahl­rei­che Tou­ris­ten und Anhän­ger des Fes­tes säu­men die Stra­ßen und geben dem Schiff und dem Häupt­ling das letzte Geleit, denn Vor­bild ist wohl das nor­di­sche Begräb­nis, bei dem ver­stor­bene Wikin­ger­häupt­linge immer mit ihrem Schiff ver­brannt wer­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »