»Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt…« sang Grönemeyer zu seinen besseren Zeiten und huldigte damit der Stadt, in der er aufgewachsen war. Doch noch weiter im Westen sieht es nicht viel besser aus, denn am Niederrhein sorgen unzählige Braunkohlekraftwerke ebenfalls für viel Schatten. Die Wolkenfabriken sorgen durch ihren riesigen Kühltürme für weithin sichtbare Wolkenlandschaft und tauchen das Land auch bei schönsten Sonnenschein in ein diffuses Licht, das in den Abendstunden für eine bedrückende Stimmung sorgt und die Menschen veranlasst die Stimmung des Sonnenuntergangs mit einer verkorksten Ansicht von Industrieromantik zu verwechseln. Es ist erdrückend, wenn die heiße Sonne des Tages im Schweif der Schornsteine versinkt und die Täler des Tagebaus für Minuten in ein goldenes Licht taucht, während der Braunkohlestaub wieder einmal die Sicht der Brille einschränkt.
Schon immer habe ich mich gefragt, wie man das jemandem eindrucksvoll vermitteln kann der so etwas nur aus dem Fernsehen kennt. Diese Frage hat Jeff Grewe bei vimeo für mich beantwortet in dem er einen Film von einem Kohlekraft im Zeitraffer schneidet und ihn dabei mit der Musik des Horror-Klassikers Shining hüllt. Obwohl das Video politisch rüberkommt, ist seine Intention eine künstlerische. Ich finde es einfach nur gruselig. Ruhig mal 1:29 Zeit nehmen, wirken lassen und dann seine Gedanken in den Kommentaren verewigen. Den ganzen Artikel lesen… »







