30 Januar

Die Kunst liegt auf der Straße: Streetstyle

beijing rock undergroundNoch bevor Designer Trends aufschnappen können oder kreieren können gibt es die meisten Ideen bereits auf der Straße. Streetstyle ist nicht etwa die ästhetische Beschreibung einer Teerdecke, sondern die Mode der Leute die man auf der Straße trifft. Ausgefallene Klamotten oder Stile werde hier zuerst gelebt, in der Regel äußert sich das in der Kombination verschiedenster aktueller oder klassischer Stile die kombiniert oder verfeinert werden um möglichst individuell auszusehen und garantiert nicht so, wie es auf den Titelblätter der Modemagazine.

Besonders kreativ zeigen sich Großstädte und Metropolen die namhafte Universitäten und Fachhochschulen beherbergen, da sich hier vermehrt kreative jungen Menschen sammeln und so ihren Stil kanalisieren. Zusätzlich sorgt die Reurbanisierung der Metropolen für zusätzlichen Einfluss und Artenvielfalt. Streetstyle findet man also eher in Köln als in Oer-Erkenschwick und häufiger in Berlin als in Emden. Selbstverständlich ist das ein globales Phänomen und findet sich in allen Ländern der Erde.

…lese den ganzen Artikel
» Die Kunst liegt auf der Straße: Streetstyle «


29 Januar

Journal der Jugendkulturen #14

Journal der Jugendkulturen 14Das Journal der Jugendkulturen ist eine Fachzeitschrift des Archivs der Jugendkulturen von dem ich bereits in einem älteren Artikel berichtet habe. Das Journal erscheint mittlerweile jährlich und ist eigentlich mehr als der spießige Titel zunächst vermuten lässt. Nennen wir es eine jugendkulturelle Rückblende und Aussicht auf das, was in Jahren vielleicht einmal legendär erscheint.

Niemand kann wirklich erfassen, was in einer Jugendbewegung vorgeht, wohin sie führt und woraus sie sich entwickelt, es mag vermessen klingen eine Bewegung in Wort und Schrift zu fassen, denn im Sinne des Wortes ist sie damit bereits zum Stillstand gekommen. Wenn jedoch einen ernst gemeinten Versuch gibt das zu erfassen, muss man in einem Atemzug vom Archiv der Jugendkulturen sprechen. Für die Konservierung von Jugendszenen aller Art ist es bereits jetzt schon eine Institution.

Die Ausgabe Nummer 14 vom Dezember 2009 beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Jugendszenen im Ausland und bietet in 4 Artikel einen Querschnitt durch lateinamerikanische Kulturen und zeigt eine wärmere Interpretation bereits bekannter Kulturen. In seinem Artikel “¡Patria o muerte! oder No Future!? – Beobachtungen zu Jugend und Staat in Kuba” [PDF] gibt Thorsten Eßer einen Eindruck von einem Land, in dem sich zwischen Kommunismus, Bürgerkrieg, Reformen und Zensur eine Jugendkultur formt die nicht müde wird den Kampf für ihre Rechte voranzutreiben.

So wundert es nicht, das der Artikel mit einem Zitat von Che Guevara eröffnet wird: „Von besonderer Bedeutung ist die Jugend, denn sie ist die formbare Tonerde, aus der man den neuen Menschen erschaffen kann, der frei ist von den Erblasten der Vergangenheit.“ Leider konnte die kubanische Jugend den Zielen nicht folgen und so schließt sein Artikel: “Che Guevaras „Neuer Mensch“ hingegen, der sich selbstlos und ohne materielle Interessen für das Gemeinwohl engagiert und sich sogar opfert, wenn es sein muss, bleibt auch auf Kuba eine Utopie.…lese den ganzen Artikel
» Journal der Jugendkulturen #14 «


29 Januar

Dokumentation: Skinhead Attitude

Skinhead Attitude FilmWo wir schonmal beim Thema sind, sagte ich mir und erinnerte mich an die zahlreichen Beiträge die sich um die Skinhead-Kultur drehten oder das Thema zu mindestens tangierten. Es liegt auf der Hand die Problematik allgegenwärtig ist und den eigentlichen Wurzeln nicht gerecht werden können. Doch leider vermögen Artikel immer nur einen Teil der Neugierigen zum umdenken zu bewegen, zu interessieren oder für weitere Recherchen zu begeistern. Das ist wie das lesen in einer Zeitung, macht auch nicht jeder, manch anderer zieht sich seine Informationen lieber aus Hörfunk oder Fernsehen. Was läge da mehr auf der Hand, das Thema noch einmal in audio-visueller Form, also als Video, zu behandeln. Gerade im Hinblick auf die Nazi-Problematik gibt es noch viel zu klären.

Erst gegen Ende der 70er Jahre mit der Krise und der Entstehung der Punkbewegung radikalisieren sich die Street-Kids. Angezogen vom rebellischen, vom provozierenden – eine neue Generation von Skinheads.” Ein gefundenes Fressen für rechtsextreme Gruppierungen, die den jugendlichen politische Ideologien vermitteln und diese als Instrument der Aufmerksamkeit missbrauchen. Um ihre Ziele durchzusetzen greift man auf Gewalt und Aggressivität zurück und kanalisiert diese unter Parolen die jeder versteht und mitfühlen kann, die Kids aus den einfache Arbeiterschichten lassen sich vom Gedanken “Ausländer Raus!” leicht anstecken, denn das eigene Zuhause leidet unter der Arbeitslosigkeit der späten 70er.

Die Doku Skinhead Attitude greift genau diese Problematik auf und bringt den Konflikt zwischen dem eigentlichen Skinhead-Gedanken und der Realität auf den Punkt. Der Film von Daniel Schweitzer wurde 2005 als bester Dokumentarfilm gefeiert. Zu recht. Neben zahlreichen Skinheads kommen vor allem die Musikerlegenden Laurel Aitken oder auch Jimmy Pursey von Sham 69 zu Wort, denn Musik ist das grundlegende Element der Skinheads. “Kein Skin kann Rassist sein, weil er sonst seine schwarzen Wurzeln verleugnen würde…“  Die zahlreichen Szene-Angehörigen die zu Wort kommen verleihen der Doku die Spur Authentizität, für die es wohl den Preis erhalten hat. …lese den ganzen Artikel
» Dokumentation: Skinhead Attitude «


28 Januar

Projekt Hörsturz – Runde 13

Meine Glückszahl! Mit der 13. Ausgabe seines Projektes Hörsturz (Informationen) macht mir Beety eine besondere Freude. Nicht etwas das ein Vorschlag von mir dabei ist, sondern das es im neuen Jahr nahtlos weitergeht und mir noch mehr Gelegenheit gibt über den musikalische Tellerrand hinauszublicken und das nun zum 13. mal. Besonders die verstärkte Thematisierung übt doch einen zusätzlichen Reiz aus. Ich habe mich auch wieder entschlossen meine Vorschläge selbst zu bewerten und habe deshalb bei meinen Vorschlag selbst intuitiver ausgewählt, so habe ich das das aktuelle Video bei YouTube gesehen und gleich als Vorschlag eingereicht, ohne mir dabei groß Gedanken zu machen. Ich finde es immer ein bisschen komisch ein Lied, das man sowieso gut findet objektiv zu bewerten. Dafür sind zu viele Lieder mit besonderen Ereignissen verknüpft, die daraus eben etwas individuelles machen.  (Beispielsweise wie das Lied von Runrig, das Stoffel vorgeschlagen hat) So ist es also bei mir zu Din [A] Tod gekommen, über die ich zufällig in einem Artikel der Zillo gestoßen bin und mich dann auf YouTube nach klanglichen Beispiel umgesehen habe.

  • Die Stiele – Das Blatt (von dehkah)
    Ein durchaus interessanter Bandname der hier im Titel mit seiner sinnvollen Erweiterung gepaart wurde. Eine Schülerband. Die Jugend ist unser musikalischer Nachwuchs. Wollen mal sehen. Der schwermütige Anfang täuscht nicht über die fehlende Übung an den Musikinstrumenten hinweg, klingt alles ein bisschen steif und hölzern, die Geige fühle ich noch in meinen Zahnwurzeln. Der Sänger optimiert die Sache nicht wirklich zum besseren, scheint erkältet zu sein. Wie auch immer. Die rockige Überleitung, die in einer Mischung aus Punk-Folk-Deutsch-Rock mündet klingt sehr erfrischend und ist fast in der Lage das dürftige Intro zu überspielen. “[Das Blatt] Der Schwerkraft zu Füßen gewinnt es an Fahrt, völlig von Sinnen und mit Urkraft gepaart.“  Den Text sollte man vielleicht nochmal überarbeiten, in der Jugend gibt es doch soviel worüber man singen könnte. Es fällt mir schwer ein objektives Urteil zu fällen, schließlich ist hier Nachwuchs am Werk.
    Wertung: 2 von 5 Punkten für den musikalischen Herbst.

…lese den ganzen Artikel
» Projekt Hörsturz – Runde 13 «


26 Januar

Spontis Wochenschau #03

Herrlich. Immer noch ist es schön kalt und frostig, dunkel und schattig. Meine Welt. Eigentlich eine sehr schöne Woche, denn Freitag war die Gelegenheit günstig um einen Tag auszuspannen und am Donnerstag Abend schön in meinem Lieblingsladen abzappeln zu gehen. Pikes sind übrigens im Winter lebensgefährlich, aber das nur am Rande. Rein Thematisch dreht sich diesmal alles um den Schwerpunkt Netzwelt, denn seit ELENA am Start ist, wird im großen Stil gesammelt. Informelle Selbstbestimmung adé.

Neulich habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten, der schon seit einer Weile plant einen Internetseite zu eröffnen für die vielen kleinen Programme die er so schreibt, doch er hat Angst vor Abmahnungen, Kontrollen, Gesetzen und juristischen Fallstricken. Zu recht, als Betreibender oder Schreibender ist man leichtes Ziel für die Könige der Abmahnindustrie, einmal nicht aufgepasst, einmal das falsche geschrieben. Grund genug informiert zu sein. Denn Fluch und Segen liegen oftmals sehr nah beieinander. …lese den ganzen Artikel
» Spontis Wochenschau #03 «


24 Januar

Farbe der Schnürsenkel = Politische Gesinnung?

rote schnuersenkel in doc martensNachdem ich gestern etwas über die Kunst seine Schnürsenkel in die Stiefel einzufädeln erzählt habe, komme ich heute zu den Farben der Schnürsenkel die komischerweise in manchen Köpfen immer noch eine Bedeutung haben. Gleich von vorne herein: Die Farbe der Schnürsenkel hat nichts mit der politischen, sexuellen oder jugendkulturellen Ausrichtung zu tun, ebenso wenig wie die Schnürung.

Angefangen hat das wie immer mit den Nazis, die sich den Style der Skinhead’s aneigneten und den Farben der Schnürsenkel erst diese kontroverse Bedeutung anhefteten. So stehen die weißen Schnürsenkel in schwarzen Stahlkappenstiefeln für “White Power”, die überlegene Kraft der weißen Gesellschaft. Rote Schnürsenkel bilden nach heutiger Meinung den Gegenpol dazu und auch die echten Skinheads sprangen auf den Zug auf und benutzen Schwarze und Weiße Schnürsenkel um ihrem Gefühl “Black and White Unite” Ausdruck zu verleihen. Vergebens.

Fakt ist, das die Skinheads schon lange vor dem neu auferstandenen Faschismus Ende der 70er weiße Schnürsenkel in ihren Stiefel trugen, weil es einfach gut aussah. Auch rote und andersfarbige wurden benutzt um seinen speziellen Style zu individualisieren. Da die meisten jugendlichen aus der englischen Arbeiterklasse stammen, die eine besondere Leidenschaft für den Fußball mitbrachten, wurden die Farbe der Schnürsenkel auch dazu benutzt, die Vereinszugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. Rot-Weiß für Arsenal, Rot Gelb für Manchester oder auch die rein Roten Schnürsenkel für Liverpool. Das sind aber genauso unbelegte Gerüchte und Mythen wie die anderen Geschichten, die sich um die Farbe der Schnürsenkel ranken. …lese den ganzen Artikel
» Farbe der Schnürsenkel = Politische Gesinnung? «