8 Februar

Currywurst in Köln - Ein Tag im Leben des Herrn F.

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Spontis Thema

dom-bei-tagSams­tag 07:30 — Müde sinke ich ins Bett, ich habe die letzte Nacht­schicht hin­ter mich gebracht und das mor­gend­li­che und fri­sche Stüt­chen vom Bäcker genos­sen, denn die wirk­lich fri­schen vom Bäcker Schif­fer sind die besten.

11:30 — Spon­ti­li­en­chen weckt mich mit einer Tasse Kaf­fee, wir wollte heute nach Köln zum Ein­kaufs­bum­mel. Ver­spro­chen ist ver­spro­chen und aus­ser­dem bilde ich mir ein, das ich dann heute Abend auch wirk­lich müde bin und Nacht­schicht­ge­schä­digt nicht ein­schla­fen kann.

11:45 — Kaf­fee ist leer, rich­tig wach bin ich noch nicht, aber rasie­ren und auf­hüb­schen muss sein. Man will ja was bie­ten für seine Liebste und auch für Köln.

12:40 — Wir fah­ren mit dem Zug nach Köln, Auto­fah­ren fin­den wir doof, gerade in Köln legt man da für einen Park­platz schnell mal 15€ aus, ganz abge­se­hen vom Sprit. Ach was, außer­dem macht Zug­fah­ren auch noch Spass und ich kann Zei­tung lesen. Doof nur, das ich sel­ten fahre und nicht weiß wie man eine Fahr­karte zieht, ein älte­rer Herr ohne Zähne hilft mir, nett von ihm.

13:35 — Köln, wirk­lich ein ein­drucks­volle Stadt genauso wie die Preise für eine sau­bere Toi­lette auf dem Bahn­hof. 1€ für das Pin­keln zu bezah­len halte ich schon für Abzo­cke, wäre ich doch im Zug noch gegan­gen, ich kann ja auch im stehen.

14:30 — Das Gedränge auf der Hohe Strasse und in der Schil­der­gasse , den bei­den Puls­adern des Köl­ner Kon­sums, habe wir hin­ter uns gelas­sen. Alles wirkt ein biss­chen sur­real, denn Stim­men und Spra­chen aus aller Her­ren Län­dern krab­beln in mei­ner Gehör­win­dun­gen, wenn ich jetzt die Augen schlie­ßen würde, könnte ich  eine Gedan­ken­reise machen. Augen zu ist aber irgendwo kon­tra­pro­duk­tiv. Bei New Yor­ker kann man echt ein paar schöne Schnäpp­chen schie­ßen, keine Sze­ne­mode, ein­fach nur ein paar Basics. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 Februar

Ist Unpolitisch Synonym für Gleichgültigkeit?

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geister1

Das der Groß­teil der Szene unpo­li­tisch ist, sollte spä­tes­tens seit diver­sere Publi­ka­tio­nen bekannt sein. Gothics sind ein intro­ver­tier­tes und ruhi­ges Völk­chen, das offen­bar nur in Ruhe sei­ner Pas­sion nach­ge­hen möchte. Das Schlag­wort unpo­li­tisch ist in die­sem Zusam­men­hang in fast allen Publi­ka­tio­nen, die ich gele­sen habe, erschie­nen. Stammt die Gothic Bewe­gung ursprüng­lich vom Punk ab, so war die Szene zu ihrer ers­ten Blü­te­zeit Mitte der 80er ten­den­zi­ell eher Links ori­en­tiert ohne aber wirk­lich eine wirk­li­che, poli­ti­sche Gesin­nung zu zeigen.

Und heute? Der über­wie­gende Teil der schwar­zen Gemeinde ist unpo­li­tisch und das stär­ker als jemals zuvor. Daran ist zunächst ein­mal nichts aus­zu­set­zen, denn Akti­vis­mus ist nicht jedem als Lei­den­schaft in die Wiege gelegt. Ange­sichts der rech­ten Strö­mun­gen inner­halb der Szene halte ich es aber für wich­tig, Stel­lung zu bezie­hen, sonst ver­kommt das unpo­li­ti­sche Ver­hal­ten schnell zu einer Gleich­gül­tig­keit, die Nähr­bo­den für Faschis­ti­sche Ideo­lo­gien sein kann. Die Gemein­sam­kei­ten zwi­schen den Schwar­zen und den Rech­ten wurde Anfang der 90er bewusst dazu miss­braucht, rechte Ein­flüsse inner­halb der Szene zu eta­blie­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


6 Februar

Vom Quietschen und anderen Geräuschen

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Ges­tern war ja die bereits ange­kün­digte Geburts­tags­feier im Pulp, der ich mich natür­lich nicht ent­zie­hen konnte. Doch eigent­lich war mir die Geburts­tags­feier Schnuppe, tan­zen wollte ich, ein biss­chen gucken auch. So habe ich mich dann um 22:30 auf den Weg gemacht, mit­zu­fei­ern. In der Hoff­nung, das die meis­ten Quiet­sche­goths1 schon wie­der nach Hause gefah­ren sind. Habe ich schon mal erzählt das mich der erste Weg nach der Ankunft immer auf die Toi­lette führt? Scheint mir schon zu einer Kon­di­tio­nie­rung gewor­den zu sein. So rich­tig voll war es nicht, trotz dem mehr an Wer­bung, was aber sicher­lich nicht nega­tiv ist denn genau das ist es ja, was ich so sehr schätze.

Beim gucken ist mir übri­gens wie­der ein­mal auf­ge­fal­len, das einige Men­schen offen­bar und Wahr­neh­mungs­stö­run­gen lei­den und ihr Out­fit nicht ein­ge­hend im Spie­gel betrach­ten, denn wo soll der Kör­per hin, wenn das Kor­sett die Taille schnürt? Rich­tig er quellt oben raus. Aber was erzähle ich, schließ­lich ist das eine sub­jek­tive Wahr­neh­mung mei­ner­seits, die wohl­mög­lich auf Bil­dern beruht, die mir die Gesell­schaft und die Wer­bung in den Kopf gebrannt haben.

Nach einer 1 stün­di­gen Dau­er­t­anz­ein­lage und einer Fla­sche Was­ser sowie einem gro­ßen Bit­ter Lemon führte mich der Weg erneut auf die Toi­lette, die zu mei­nem erstauen recht gut besucht war, so das ich mich in eine abschließ­bare Ein­zel­ka­bine zurück­ge­zo­gen habe. Inter­es­sant was ich da ent­deckt habe, Spu­ren von Hän­den an der Toi­let­ten­wand und ein gebrauch­tes Kon­dom in der Schüs­sel. Bana­nen­ge­schmack, wie mir die leere Hülle auf dem Absatz des Spül­kas­tens ver­riet. Sehr löb­lich, das offen­sicht­lich trotz gro­ßer Lust ein schüt­zen­des Kon­dom ver­wen­det wurde, merk­wür­dig wel­cher Ort dafür gewählt wurde, denn eine Dis­co­the­ken­toi­lette finde ich per­sön­lich ein biss­chen eklig. Aber das ist bestimmt wie­der so eine Wahr­neh­mungs­ge­schichte. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Ein ande­rer Begriff für Knud­del­gruft. Die klei­nen Gothics zwi­schen 13 und 17, die schon schwarz und böse sein wol­len, aber nur klein, knudd­lig und nied­lich sind und noch viel rum­quiet­schen. []

5 Februar

Subkultur! - Industrials

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irlogoTrägt vor­nehm­lich Carg­o­ho­sen und andere mit D-Ringen ver­zierte Klei­dungs­stü­cke, die stark an die Lade­flä­che eines Passat-Kombi erin­nern, gerne trägt er Ober­be­klei­dung mit der Dar­stel­lung von Zahn­rä­dern und Alt­deut­scher Schrift. Tanzt als Extre­mi­tä­ten­schwin­ger und braucht dazu oft eine eigene Bühne, da er sonst seine Mit­men­schen mit dem Her­um­wer­fen der Arme leicht ver­let­zen kann.  1975 auch Aus­druck einer Kunst­form hat die Szene ihren Namen vom gleich­na­mi­gen Plat­ten­la­bel Indus­trial Records. Von Laien oft­mals mit Krach ver­wech­selt gehört das expe­ri­men­tie­ren mit offen­sicht­lich unge­eig­ne­ten Gegen­stän­den als Instru­ment zur künst­le­ri­schen Frei­heit. Frü­her hörte man Ein­stür­zende Neu­bau­ten und Throb­bing Gristle, heute hört man eher KMFDM und Minis­try.

Rein Begriff­lich gese­hen, han­delt es sich bei Indus­trial nicht um eine Sub­kul­tur son­dern um eine Musik­genre, das Mitte der 70er ent­stand und von Bands wie Throb­bing Gristle und Ein­stür­zende Neu­bau­ten eta­bliert wurde. Es han­delt sich dabei um eine sehr expe­ri­men­telle Art von Musik deren Wur­zeln wohl im Avant­garde der Kon­zept– und Akti­ons­kunst zu suchen sind. SPK aus Aus­tra­lien han­tierte schon 1978 mit Flam­men­wer­fern auf der Bühne und pro­vo­zierte das Publi­kum auch mit dem ver­spei­sen eine Schaf­hirns1. Ramm­stein wirkt dage­gen wie Kin­der­ge­burts­tag. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Black Musik-Magazin: Indus­trial Music For Indus­trial People (Heft 19/2000) — Teil 2 — Seite 51 []

4 Februar

Skin - Hass war sein Ausweg

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cover_dvd_big1979, irgendwo in den Nie­der­lan­den. Die anfangs den Punks nahe ste­hen­den Skin­heads radi­ka­li­sie­ren sich immer mehr nach rechts. Dem 17jährigen Fran­kie, Sohn eines jüdi­schen KZ-Überlebenden, ist gar nicht rich­tig klar, auf wen er sich da ein­ge­las­sen hat. Die neuen Kum­pel haben ihn ein­fach mit­ge­nom­men. Jetzt weiß er wenigs­tens, wo er hin­ge­hört, bekommt Aner­ken­nung und Auf­merk­sam­keit. Das konn­ten ihm sein schwer trau­ma­ti­sier­ter Vater und die kranke Mut­ter nicht geben. Die Bin­dun­gen zu sei­ner Fami­lie und sei­nem bis­he­ri­gen Leben zer­rei­ßen immer mehr. Bis es zu einer Kata­stro­phe kommt, die Fran­kie zum Mör­der macht …

Die nie­der­län­di­schen Skin­heads, geprägt von Ursprün­gen der Bewe­gung in den mul­ti­kul­tu­rel­len Arbei­ter­vier­teln East Lon­dons, sind eine pro­le­ta­ri­sche und poli­tisch links Ori­en­tierte Jugend­kul­tur, die ein­deu­tige Par­al­le­len zu den Punks auf­weist. Zusam­men­halt und Loya­li­tät, die Fran­kie inner­halb sei­ner Fami­lie ver­misst, fin­det er hier. Zusam­men mit sei­nem schwar­zen Freund Jef­frey macht er die Nach­bar­schaft unsicher.

Faschis­ten sehen in der Gewalt­be­rei­ten und labi­len Skin­head­szene den idea­len Nähr­bo­den für ihre ideo­lo­gi­schen Ideen. Unzu­frie­den­heit mit sich selbst und dem des­in­ter­es­sierte Vater, sowie der Tod sei­ner Mut­ter las­sen in Fran­kie Hass und Aggres­sion wach­sen, die er inner­halb der Nazi-Skin Szene aus­le­ben kann. Er teilt nicht die Beweg­gründe der Szene, schmückt sich aber den­noch mit ihren Sym­bo­len um dazu­zu­ge­hö­ren. Der Film endet in einer Tra­gö­die. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


3 Februar

Szenenzugehörigkeit - Hardliner oder Mainstream?

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Den Einstieg in eine Szene vollzieht sich  immer auf die gleichen Wege. Man findet die Musik gut und folgt dem Genre oder einem bestimmten Künstler, Geschwister, Freunde oder Mitschüler gehören bereits einer Szene an, oder ein bestimmter Kleidungsstil animiert dazu diesem auf den Grund zu gehen. Wie weit man jedoch in die Szene abtaucht, hängt von vielen umgebenden Faktoren und der eigenen Überzeugung ab, dem aufgebrachten Willen und der Faszination. "Aber Robert Smith sah ich zum ers­ten mal. Seine Art sich zu zei­gen, sich zu bewe­gen, zu klei­den, sein Stil, alles an ihm erschien anbe­tungs­wür­dig. Seine Fri­sur und sein Make-up, das war es was wir wollten„.1 Prin­zi­pi­ell kann man den Grad der Zuge­hö­rig­keit in Grup­pen ein­tei­len, ich weiß, nie­mand der wirk­lich in der Szene ist, lässt sich gerne Kate­go­ri­sie­ren, aber manch­mal hilft es still und heim­lich einen Schritt zurück­zu­tre­ten und sich das ganze Bild anzuschauen.

Die Zuge­hö­rig­keit zu den ein­zel­nen Grup­pen ver­än­dert sich in der Regel im Laufe der Zeit, Ein­stiegs­al­ter und Dauer der Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit, sowie das soziale und beruf­li­chen Umfeld kön­nen hier eine ent­schei­dene Rolle spie­len.  Ich kenne nur ganz wenige Men­schen, die ihrer Jugend­szene das ganze Leben auf dem glei­chen Level treu blei­ben, auf den sie ein­mal gelebt haben.

Dis­kus­sio­nen über die Echt­heit der Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit defi­nie­ren sich mei­ner Mei­nung nach durch völ­lig irre­le­vante Maß­stäbe. Wirk­lich Echt ist nur der, der keine Rolle annimmt, son­dern ein­fach nur ist wer er ist. Sich die Haare zu schnei­den, wenn sie den ande­ren bis zum Hin­tern rei­chen, Theo­lo­gie zu stu­die­ren, wenn die Freunde ihre Zeit im Puff ver­brin­gen, Johan­nes­beer­saft zu trin­ken wäh­rend andere sich mit Tequila zuschüt­ten. Zu wis­sen, was man will und sel­bi­ges auch durch­zu­set­zen.2

Ich behaupte, jeder schwarze lässt sich auf diese Art ein­ord­nen, ver­lässt man die Szene, so bleibt man jedoch sicher­lich unter den Sym­pa­thi­san­ten, die sich auf irgend­eine Art und Weise mit der Szene iden­ti­fi­zie­ren. Sei es Musik­ge­schmack, Inter­es­sen oder Klei­dungs­stil. Auf­fäl­lig ist, das die meis­ten Hard­li­ner unter den Jugend­li­chen zu fin­den ist, ältere Sze­n­e­mit­glie­der sind dort sel­ten zu fin­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Jörn Ranisch: Le Petit Mort — Sex & Drugs und Muko­vis­zi­dose (2007), S. 55ff []
  2. Bauer, Peter: Die Farbe des Schnees (1996), S. 91 []