5 Februar

Subkultur! - Industrials

Kategorie: Hintergründe16 Kommentare

irlogoTrägt vor­nehm­lich Carg­o­ho­sen und andere mit D-Ringen ver­zierte Klei­dungs­stü­cke, die stark an die Lade­flä­che eines Passat-Kombi erin­nern, gerne trägt er Ober­be­klei­dung mit der Dar­stel­lung von Zahn­rä­dern und Alt­deut­scher Schrift. Tanzt als Extre­mi­tä­ten­schwin­ger und braucht dazu oft eine eigene Bühne, da er sonst seine Mit­men­schen mit dem Her­um­wer­fen der Arme leicht ver­let­zen kann.  1975 auch Aus­druck einer Kunst­form hat die Szene ihren Namen vom gleich­na­mi­gen Plat­ten­la­bel Indus­trial Records. Von Laien oft­mals mit Krach ver­wech­selt gehört das expe­ri­men­tie­ren mit offen­sicht­lich unge­eig­ne­ten Gegen­stän­den als Instru­ment zur künst­le­ri­schen Frei­heit. Frü­her hörte man Ein­stür­zende Neu­bau­ten und Throb­bing Gristle, heute hört man eher KMFDM und Minis­try.

Rein Begriff­lich gese­hen, han­delt es sich bei Indus­trial nicht um eine Sub­kul­tur son­dern um eine Musik­genre, das Mitte der 70er ent­stand und von Bands wie Throb­bing Gristle und Ein­stür­zende Neu­bau­ten eta­bliert wurde. Es han­delt sich dabei um eine sehr expe­ri­men­telle Art von Musik deren Wur­zeln wohl im Avant­garde der Kon­zept– und Akti­ons­kunst zu suchen sind. SPK aus Aus­tra­lien han­tierte schon 1978 mit Flam­men­wer­fern auf der Bühne und pro­vo­zierte das Publi­kum auch mit dem ver­spei­sen eine Schaf­hirns. Ramm­stein wirkt dage­gen wie Kin­der­ge­burts­tag. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


4 Februar

Skin - Hass war sein Ausweg

cover_dvd_big1979, irgendwo in den Nie­der­lan­den. Die anfangs den Punks nahe ste­hen­den Skin­heads radi­ka­li­sie­ren sich immer mehr nach rechts. Dem 17jährigen Fran­kie, Sohn eines jüdi­schen KZ-Überlebenden, ist gar nicht rich­tig klar, auf wen er sich da ein­ge­las­sen hat. Die neuen Kum­pel haben ihn ein­fach mit­ge­nom­men. Jetzt weiß er wenigs­tens, wo er hin­ge­hört, bekommt Aner­ken­nung und Auf­merk­sam­keit. Das konn­ten ihm sein schwer trau­ma­ti­sier­ter Vater und die kranke Mut­ter nicht geben. Die Bin­dun­gen zu sei­ner Fami­lie und sei­nem bis­he­ri­gen Leben zer­rei­ßen immer mehr. Bis es zu einer Kata­stro­phe kommt, die Fran­kie zum Mör­der macht …

Die nie­der­län­di­schen Skin­heads, geprägt von Ursprün­gen der Bewe­gung in den mul­ti­kul­tu­rel­len Arbei­ter­vier­teln East Lon­dons, sind eine pro­le­ta­ri­sche und poli­tisch links Ori­en­tierte Jugend­kul­tur, die ein­deu­tige Par­al­le­len zu den Punks auf­weist. Zusam­men­halt und Loya­li­tät, die Fran­kie inner­halb sei­ner Fami­lie ver­misst, fin­det er hier. Zusam­men mit sei­nem schwar­zen Freund Jef­frey macht er die Nach­bar­schaft unsicher.

Faschis­ten sehen in der Gewalt­be­rei­ten und labi­len Skin­head­szene den idea­len Nähr­bo­den für ihre ideo­lo­gi­schen Ideen. Unzu­frie­den­heit mit sich selbst und dem des­in­ter­es­sierte Vater, sowie der Tod sei­ner Mut­ter las­sen in Fran­kie Hass und Aggres­sion wach­sen, die er inner­halb der Nazi-Skin Szene aus­le­ben kann. Er teilt nicht die Beweg­gründe der Szene, schmückt sich aber den­noch mit ihren Sym­bo­len um dazu­zu­ge­hö­ren. Der Film endet in einer Tra­gö­die. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


3 Februar

Szenenzugehörigkeit - Hardliner oder Mainstream?

Kategorie: Schwarze Szene2 Kommentare

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Den Einstieg in eine Szene vollzieht sich  immer auf die gleichen Wege. Man findet die Musik gut und folgt dem Genre oder einem bestimmten Künstler, Geschwister, Freunde oder Mitschüler gehören bereits einer Szene an, oder ein bestimmter Kleidungsstil animiert dazu diesem auf den Grund zu gehen. Wie weit man jedoch in die Szene abtaucht, hängt von vielen umgebenden Faktoren und der eigenen Überzeugung ab, dem aufgebrachten Willen und der Faszination. "Aber Robert Smith sah ich zum ers­ten mal. Seine Art sich zu zei­gen, sich zu bewe­gen, zu klei­den, sein Stil, alles an ihm erschien anbe­tungs­wür­dig. Seine Fri­sur und sein Make-up, das war es was wir wollten». Prin­zi­pi­ell kann man den Grad der Zuge­hö­rig­keit in Grup­pen ein­tei­len, ich weiß, nie­mand der wirk­lich in der Szene ist, lässt sich gerne Kate­go­ri­sie­ren, aber manch­mal hilft es still und heim­lich einen Schritt zurück­zu­tre­ten und sich das ganze Bild anzuschauen.

Die Zuge­hö­rig­keit zu den ein­zel­nen Grup­pen ver­än­dert sich in der Regel im Laufe der Zeit, Ein­stiegs­al­ter und Dauer der Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit, sowie das soziale und beruf­li­chen Umfeld kön­nen hier eine ent­schei­dene Rolle spie­len.  Ich kenne nur ganz wenige Men­schen, die ihrer Jugend­szene das ganze Leben auf dem glei­chen Level treu blei­ben, auf den sie ein­mal gelebt haben.

Dis­kus­sio­nen über die Echt­heit der Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit defi­nie­ren sich mei­ner Mei­nung nach durch völ­lig irre­le­vante Maß­stäbe. Wirk­lich Echt ist nur der, der keine Rolle annimmt, son­dern ein­fach nur ist wer er ist. Sich die Haare zu schnei­den, wenn sie den ande­ren bis zum Hin­tern rei­chen, Theo­lo­gie zu stu­die­ren, wenn die Freunde ihre Zeit im Puff ver­brin­gen, Johan­nes­beer­saft zu trin­ken wäh­rend andere sich mit Tequila zuschüt­ten. Zu wis­sen, was man will und sel­bi­ges auch durch­zu­set­zen.

Ich behaupte, jeder schwarze lässt sich auf diese Art ein­ord­nen, ver­lässt man die Szene, so bleibt man jedoch sicher­lich unter den Sym­pa­thi­san­ten, die sich auf irgend­eine Art und Weise mit der Szene iden­ti­fi­zie­ren. Sei es Musik­ge­schmack, Inter­es­sen oder Klei­dungs­stil. Auf­fäl­lig ist, das die meis­ten Hard­li­ner unter den Jugend­li­chen zu fin­den ist, ältere Sze­n­e­mit­glie­der sind dort sel­ten zu fin­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


2 Februar

Musikperlentaucher - Tauchgang #01

Kategorie: Dunkle Klänge12 Kommentare

In selbe Horn zu bla­sen ist schon rein hygie­nisch bedenk­lich und sollte auch beim Blog­gen mit Vor­sicht genos­sen wer­den. Die Idee jeden Monat etwas Musik vor­zu­stel­len ist sicher­lich nicht mehr die jüngste, des­halb bleibt auch nur zuzu­ge­ben, das ich mir Inspi­ra­tion bei Konna und free­Q­net geholt haben, man möge mir ver­zei­hen. Ich möchte aber einen ande­ren Weg gehen und lie­ber Musik und Titel vor­stel­len, die nicht allen geläu­fig sind und doch groß­ar­tige Musik­per­len der Ver­gan­gen­heit sind. Seit sich der Punk Ende der 70er auch in Deutsch­land eta­blierte und jeder Musik machen konnte der wollte, schos­sen Krea­tive aus allen Ecken, grün­de­ten Bands und brach­ten eine unzäh­lige Menge von Songs her­aus, die vol­ler Ener­gie den Muff der Gene­ra­tio­nen abzu­le­gen ver­su­chen. Punk war der Dün­ger, der wäh­rend der 80er neue Musik­rich­tun­gen sprie­ßen ließ und dafür sorgte, das sich neben dem Main­stream viele kleine Flüsse for­mier­ten, von denen die Breite Masse jedoch nicht all­zu­viel mit­be­kom­men hat.

Für Musik­be­geis­terte ist dies viel­leicht eine anre­gende Reise durch die eigene Samm­lung, es gibt immer wie­der Lie­der auf mei­nen CDs die ich ver­ges­sen oder noch nie gehört habe, seit­dem ich diese kon­se­quent digi­ta­li­siere ist die Wahr­schein­lich­keit zwar grö­ßer gewor­den, aber den­noch schlum­mer viele unent­deckte Per­len unter der Ober­flä­che. Vor­teil: Vie­len Alben und Sam­pler die Stü­cke ent­hal­ten die hier vor­ge­stellt wer­den, sind oft güns­tig auf bekann­ten Ver­triebs­we­gen zu bekom­men. Es würde mich freuen, Feed­back zu bekom­men und eigene Erfah­run­gen mit den Lie­dern zu schil­dern. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 Februar

Streitfach Religion und Ethik

Kategorie: Ansichtssache3 Kommentare

kampagnenlogo_080930Für die Freie Wahl zwi­schen dem Reli­gi­ons­un­ter­richt und dem Fach Ethik in der Stadt Ber­lin spricht sich der Ver­ein Pro-Reli e.V. in einem Volks­be­geh­ren aus. Der Ver­ein schlägt mit sei­nen Argu­men­ten viele Befür­wor­ter, aber auch viel Geg­ner auf den Plan. Er möchte das die Schü­ler selbst ent­schei­den an wel­chem Unter­richt sie teil­neh­men möch­ten. Nur so könne eine Ein­fluss­nahme des Staa­tes auf den Wil­len der Kin­der ver­mie­den wer­den.  In Ber­lin ist Ethik Pflicht­fach und Reli­gion kann frei­wil­lig dazu­ge­wählt wer­den. Das die Initia­tive die Mei­nun­gen in Geg­ner und Befür­wor­ter spal­tet, dürfte klar sein. Pfar­rer Frie­ling­haus aus der Gemeinde am Gen­dar­men­markt in Ber­lin gilt als Geg­ner und möchte, das alles so bleibt wie ist. Wie der Spie­gel berich­tet, ver­passte ihm jetzt seine eigene Kir­che einen Maul­korb, indem sie ihn an seine Loya­li­tät erin­nerte, der umstrit­tene Pfar­rer gibt seit dem keine Inter­views mehr.

Bis zum 21. Januar 2009 hat die Initia­tive 307.000 Unter­schrif­ten gesam­melt und damit sein Ziel erreicht, am 7. Juni die­ses Jah­res kommt der Gesetz­ent­wurf bei den Ber­li­nern Bür­gern zur Abstim­mung, ob das aber Modell­cha­rak­ter für das ganze Land haben wird ist fraglich.

Ist es über­haupt rich­tig, den Schü­lern die Wahl zu über­las­sen? Kön­nen Kin­der schon für sich selbst ent­schei­den, oder über­neh­men sie die Mei­nung der Eltern und sind schlicht­weg zu jung für eine Ent­schei­dung? Als ich zu Schule gegan­gen bin, hatte ich keine Wahl, Reli­gion war Pflicht­fach. Inwie­weit das Ein­fluss auf meine spä­tere Ein­stel­lung zu Reli­gion genom­men hat, ver­mag ich nicht wirk­lich zu beur­tei­len. Gerne hätte ich aber schon in der Schule mehr über andere Reli­gio­nen erfah­ren, lei­der blieb mir das bis zur Berufs­schule, in der das Fach Reli­gion bes­ser inter­pre­tiert wurde, ver­wehrt. So formte sich im Laufe der Zeit ein ande­res Welt­bild, die Sicht­weise auf Reli­gio­nen ver­än­derte sich.

Eine unre­li­giöse Schul­aus­bil­dung ist mei­ner Mei­nung nach ein Muss in unse­rer Mul­ti­kul­tu­rel­len Gesell­schaft, schon in der Schule sollte par­tei­lose Welt­of­fen­heit ver­mit­telt wer­den. Dabei sehe ich die Rolle der Kir­che nicht als über­holt an, son­dern als wich­ti­gen Teil unse­rer Kul­tur. Sie darf nur nicht den Anspruch erhe­ben All­ge­mein­gül­tig zu sein.

(Bild­quelle: Pro-Reli)