6 Januar

Die Jugend 2.0

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Ein böh­mi­sches Dorf beschreibt einen Ort, den man nicht kennt. Für viele Mit­drei­ßi­ger sind Begriffe wie Web 2.0, Soziale Netz­werke, Twit­ter und Cha­t­räume Orte, die wir nicht ken­nen, nicht ken­nen möch­ten oder am liebs­ten schnell wie­der ver­ges­sen wol­len. Das ein­zige Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel mei­ner Jugend war das Tele­fon. Mit Wähl­scheibe ver­steht sich. Damals waren Inter­net und glo­bale Ver­net­zung in wei­ter Ferne und wenn ich schon mal mit mei­nem Onkel in den USA tele­fo­niert habe, war das für mich ein technisch-kommunikatives Highlight.

Immer müh­sa­mer müs­sen wir uns mit neuen Tech­no­lo­gien, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen und Trends aus­ein­an­der­set­zen um zu ver­ste­hen um was es geht, was dahin­ter steckt, wozu es dient und was es mir brin­gen kann. Der Jugend­li­che von Heute benutzt es ein­fach, hat es in sein Leben inte­griert und dar­aus eine Selbst­ver­ständ­lich­keit gemacht.

Wir, die über drei­ßig jäh­ri­gen, sind für die Jugend­li­chen uncool. Zu recht, denn Dinge die wir nicht ver­ste­hen kön­nen oder wol­len oder uns sinn­los erschei­nen, leh­nen wir ab. Dar­aus ent­steht oft eine Abnei­gung gegen die, die sich mit eben die­sen Din­gen ihre Zeit vertreiben.

Rachid Ait Jil­lali,  schreibt in sei­nem Arti­kel für den Schü­ler Spie­gel über den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­drang unse­rer Jugend und beschreibt sehr ein­ge­hend den IST-Zustand.

Die Schule ist aus. Annika hat das Geschichtsreferat für morgen noch nicht fertig. Sie fährt den Rechner hoch, schließlich gibt's alles im Netz. Erstmal gilt es aber, die E-Mails zu checken. Neben den 20 kommerziellen Spam-Mails wollen fünf SchülerVZ-Mitglieder ihre Freunde werden. Vier davon fanden ihre Fotos, und die Musik, die sie hört, total super. Den fünften hat sie zumindest schon mal gesehen. Es ist der Fußballfreund ihres jüngeren Bruders - der wird ausnahmsweise bestätigt und damit zur Nummer 142. Das Handy klingelt. Die Schauspiel-AG fällt heute aus. Zeitgleich melden sich zwei Schulfreunde im Instant Messenger mit der gleichen und überaus wichtigen Frage: "Was machst Du gerade?" Sie entdeckt, dass auch ihre beste Freundin online ist. Diese macht gerade Au-pair in den USA. Die beiden anderen schnell abgefertigt, wird kurzerhand die Webcam dazugeschaltet und das Neueste live und in Farbe ausgetauscht. Das Handy klingelt wieder. Julia weint. Ihr Ex-Freund hat extrem peinliche Party-Fotos von ihr auf seine MySpace-Site eingestellt. Trösten passt zeitlich, die AG ist ja aus dem Terminkalender raus. Annika hört ihre Mutter rufen: "Es gibt Essen!"

Was auf uns im ers­ten Augen­blick wirkt wie das Leben eines Alien, ist nicht ande­res als die Eigene Kind­heit 2.0 - Was hat sich geän­dert? Es gibt Bekannt­schaf­ten, Freunde und Cli­quen, Inter­es­sen­ge­mein­schaf­ten und Akti­ons­grup­pen, Jugend­li­che gestal­ten eigene Inter­net­sei­ten auf MyS­pace und schlie­ßen sich mit ande­ren in Grup­pen zusam­men. Web 2.0 hilft ihnen dabei.

Frü­her habe ich mich mit mei­nen Freun­den im Park getrof­fen, bin in die Töp­fer­gruppe im Jugend­zen­trum gegan­gen und habe anschlie­ßend mit den ande­ren geki­ckert. Wir haben gemein­sam einen Aus­flug vor­be­rei­tet oder zusam­men mit dem Jugend­lei­ter ein Thema aus­ge­ar­bei­tet. Die ers­ten Begeg­nun­gen mit dem C64 fan­den im Super­markt in der Elek­tro­nik­ab­tei­lung statt. Ich hatte kein Web 2.0 — schade, denn das hätte vie­les leich­ter gemacht.

Jugend­li­che sind dank glo­ba­ler Ver­net­zung und viel­fäl­ti­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten in der Lage sich bes­ser zu ent­wi­ckeln und ihrer Krea­ti­vi­tät freien Lauf zu las­sen. Nie waren so viele Jugend­li­che in der deut­schen Geschichte so enga­giert wie heute. Ganz ehr­lich gesagt bin ich nei­disch. Nei­disch auf die Leich­tig­keit mit der die Jugend den neuen Mög­lich­kei­ten begeg­net. Von fau­ler Jugend keine Spur. Jugend 2.0 ist keine Gefahr, son­dern unsere Hoffnung.


5 Januar

Ich Blogge - Journal oder Tagebuch?

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Als ich mit dem Blog­gen begann, suchte ich für die Selbst­dar­stel­lung einen inter­es­san­ten Namen, ich nannte sie Ego. Um etwas dar­über zu erzäh­len warum ich blogge, musste ich erst­mal nach­schla­gen was das über­haupt ist. Wiki­pe­dia schreibt dazu »[…] ein auf einer Web­site geführ­tes und damit — meist öffent­lich — ein­seh­ba­res Tage­buch oder Jour­nal […]«.

Ich fand die Aus­sage erst­mal ganz hübsch, groß drü­ber nach­ge­dacht habe ich nicht. Jetzt fragt sich Konna in sei­nem Blog »Für wen blogge ich?«, der die Behaup­tung auf den Prüf­stand stellt, man blogge nur für sich — ich fand das sehr inter­es­sant. Er selbst möchte sein Ansich­ten von The­men die ihn inter­es­sie­ren ande­ren mit­tei­len und legt gro­ßen Wert auf die Kom­men­tare, die das Salz in der Suppe sind.

Für wen blogge ich also? [...] Ich blogge für Blogger, Film-, Musik- und Spielefans, hin und wieder für Freunde von Geschichte und Latein, für Internetsüchtige und Leute, die einfach ein bisschen Unterhaltung suchen. Oder für diejenigen, auf die mehrere dieser Dinge zutreffen. Und ein bisschen blogge ich auch für mich selbst.

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4 Januar

Einhandsurfen erfordert Verweise

Kategorie: VernetztKeine Kommentare

Wenn es drau­ßen so rich­tig schön unge­müt­lich wird und ein Sonn­tag bei Ker­zen­schein genau das rich­tige ist, fehlt mir eigent­lich nur leichte Unter­hal­tung. Ich möchte mich nicht mit schwe­ren und Gesell­schafts­po­li­ti­schen Fra­gen rum­schla­gen oder pro­vo­kant auf Skan­dale in unsere Sze­nen hin­wei­sen. Sonn­tags steht mir der Sinn nach Ein­hand­sur­fen.

Dabei han­delt es sich nicht um eine Sport­art son­dern die ein­hän­dige Reise durch das Inter­net. Ich benutze nur die Maus und kli­cke mich durch die weite Welt. Ein­gabe in die Adress­zeile sind tabu und unmög­lich, schließ­lich ruht in mei­ner lin­ken Hand meist eine Tasse Kaf­fee oder Tee (Earl Grey mit Milch). Wenn die Hand des Hal­tens müde wird, grab­belt sie ent­spannt in einer Keks­dose und führt die aus­er­wähl­ten Stü­cke zum obe­ren Ende mei­nes Ver­dau­ungs­ka­nals. Herr­lich!. So muss ein gemüt­li­cher Sonn­tag sein. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


2 Januar

Tote Hose in der Schule

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529px-campinofernsehturm7697Wer jetzt glaubt in der Schule sei nichts los, der irrt. Die Pun­ke­mi­nen­zen der Toten Hosen gaben sich auf Ein­la­dung des Maga­zins Spies­ser an der Regine-Hildebrandt-Schule die Ehre und ver­such­ten sich in der Rolle von Aus­hilfs­leh­rern. Doch anstatt den neu­gie­ri­gen Schü­lern etwas über Musik und ein Leben als Punk zu berich­ten, haben sich Cam­pino, Breiti und Andi die Reli­gion als Fach aus­ge­sucht. Gott und die Welt soll für die jun­gen Schü­ler nicht nur Gedan­ken­an­stoss, son­dern auch Infor­ma­ti­ons­aus­tausch sein.

Schnell wird klar, das kaum ein Schü­ler an Gott glaubt son­dern die meis­ten den wis­sen­schaft­li­chen Ansatz ver­tre­ten und einen Beweiß sehen möchte. Zu aller erstau­nen ent­pup­pen sich die 3 Punks aus Düs­sel­dorf als Mis­sio­nare des Glau­bens und lie­fern den Jugend­li­chen auch plau­si­ble Erklärungen.

Die drei erklä­ren den Schü­lern die Bedeu­tung des Sonn­ta­ges und füh­ren die Jugend­li­chen mit geschick­ten Fra­gen nach dem Weih­nachts­fest auf das Glatt­eis. Die Schü­ler ver­ste­hen, das ohne den Glau­ben die Welt nicht die wäre, in der wir leben und auch heute noch ein wich­ti­ger Bestand­teil mora­li­scher und ethi­scher Grund­sätze sind. Kirch­li­cher Fana­tis­mus, der in vie­len Reli­gio­nen und Epo­chen aus­ge­übt wurde, hat damit nichts zu tun. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 Januar

2009 - Frohes Neues und Guten Tag

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Sylvester 2009 in MönchengladbachIch könnte von tra­di­tio­nel­len Neu­jahrs­grü­ßen schrei­ben, würde aber nicht stim­men, denn dies ist das erste mal. Ein ereig­nis­rei­ches Jahr 2008 ist nun vor­bei, der Kilo­me­ter­zäh­ler hat einen gefühl­ten Mei­len­stein gezählt. Um so vol­ler ein Jahr ist, desto schnel­ler scheint die Zeit vor­über geflo­gen zu sein.

Gute Vor­sätze sind abge­ge­bene Wil­lens­er­klä­run­gen eine nega­tive Ange­wohn­heit oder Lei­den­schaft auf­zu­ge­ben. Tears wollte eigent­lich die­ses Jahr mit dem Rau­chen auf­hö­ren, die­sen Vor­satz hat er aber im Keim erstickt und ihn erst gar nicht ver­fasst. Iwe­li­ene nimmt sich vor, nächs­tes Sil­ves­ter nach irgendwo zu flüch­ten, opti­ma­ler­weise mit einem ande­ren Paar. Ver­gesst aber beim tau­schen eure Mas­ken nicht. Ulli möchte bes­ser eng­lisch Spre­chen ler­nen und macht dazu eine Sprach­reise nach Brigh­ton in Eng­land, was mei­ner Erfah­rung nach eine gute Idee ist, denn so klappt es am bes­ten. Ste­fan, die alte Apfel­nase, hält sich sehr bedeckt was seine guten Vor­sätze angeht, da ich unter einem Hel­fer­syn­drom leide habe ich zwei für ihn: Mach ein Foto von dir und wech­sel zu einem Ver­ein bei dem sich das Jubeln lohnt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »