Wie ich schon frustriert in diesem Artikel berichtet habe, gestaltete sich die Suche nach Winklepickern oder auch Pikes genannt, schwierig. Nun war es aber soweit, das ich mein Versprechen das ich Spontilienchen gegeben habe, einzulösen — Eine Shopping Tour nach Düsseldorf. So kam es dann, dass ich mich am letzten Wochenende mitten im jetzt schon gefühlten Weihnachtsgetümmel wiedergefunden habe. Es reicht ja nicht, dass uns die Printen und Marzipankartoffeln schon im Oktober aus den Regalen anlächlen, jetzt ist schon Mitte November alles im Weihnachtsfieber.
Treu und Loyal habe ich Spontiliene auf ihrer Tour begleitet, ihr mit Rat und Tat zur Seite gestanden, sie in ihren Unsicherheiten aufgefangen und modische Ausrutscher gnadenlos und vernichtend kommentiert. Als ich mich dann schon mit Tüten beladen meinem Schicksal vollends ergeben wollte, entdeckte ich in einer dunkle Seitengasse einen Lichtblick, sehe ich da etwa Doc Martens in einem Schaufenster?
Wo die sind, gibt es noch mehr sagte ich mir und so änderte ich die Richtung ohne mit der Wimper zu zucken, bog rechts ab und hielt auf den Laden Pick Up zu. Noch wusste Spontilienchen gar nicht wie ihr geschah, da fand sie sich schon an meiner Seite mitten im Laden voller schöner Schuhe wieder.
Ich war kurz davor die Kontrolle über meinen Speichelfluss zu verlieren, als ich sie dann gesehen habe, ein paar schwarze mit vier Schnallen versehene und spitze Pikes. Einmal da und das auch noch in meiner Größe. »Solche Schuhe hattest du in deiner Jugend auch, stimmt’s?« begegnete mir der Verkäufer, ein älterer und punkiger Typ, der bereits in den 70er seine Pubertät feierte. Ich erwiderte kühn: »Ja hatte ich, aber sehe ich schon so alt aus?« Seine Antwort fiel kurz und eindeutig aus: »Ja.«
Damit hatte ich nicht gerechnet, dieser verbalen Tiefschlag traf mich hart und unvorbereitet. Kurz bevor ich in eine Depression zu verfallen drohte, schlüpfte ich in die Pikes, die der Verkäufer während unserer Konservation präpariert hatte. Passt! Was für ein Gefühl, was für ein Look. Noch bevor der Inhaber mir mit verkaufsfördernden Floskeln begegnen konnte, war meine Entscheidung gefallen. Gesucht, gefunden, geangelt!
So nahm der Einkaufsbummel auch für mich einen glücklichen Verlauf, denn gefreut habe ich mich wie ein kleiner Schuljunge. Gemacht sind die Schuhe übrigens in England von Fantasy Shoes, aber das von mir erstandene Modell gibt es nicht mehr. So richtig einweihen konnte ich die guten Stücke noch nicht, aber geputzt habe ich sie schonmal prophylaktisch, bleibt nur die Frage, was ziehe zu meinen Schuhen an?






